Ausstellung: „Simply The Best“
Picasso-Museum Münster feiert 20-jähriges Bestehen

Münster -

Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zeigt ab Pfingsten die 150 bedeutendsten und schönsten Werke, die das Haus in den vergangenen zwei Jahrzehnten erworben hat. Unter dem Titel «Simply The Best - Neuerwerbungen aus 20 Jahren» zeigt das Haus vom 30. Mai bis 6. September Werke von Georges Braque, Marc Chagall, Henri Matisse und Pablo Picasso, wie das Museum am Freitag in Münster mitteilte. 

Freitag, 29.05.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 18:05 Uhr
Das Picasso-Museum in Münster.
Das Kunstmuseum Pablo Picasso breitet zum 20-jährigen Bestehen die wunderschönen Schätze seiner Sammlung aus: Picasso, hier mit Stierkampf-Motiven vertreten, tritt in den Dialog mit Braque, Matisse und Chagall. Museumsdirektor Prof. Dr. Markus Müller hofft auch in beschwerlichen Corona-Zeiten auf die kulturelle Schaulust der Besucher. Foto: Christoph Steinweg

Kinder, wie die Zeit vergeht! 1997 brachte der in Lengerich lebende Grafiker Gert Huizinga (1927-2018) seine in vielen Jahren erworbene Grafiksammlung mit Werken von Pablo Picasso in eine Sparkassen-Stiftung ein. Nur drei Jahre später, im Herbst 2000, wurde das „ Graphikmuseum Pablo Picasso “ an der Königsstraße, heute Picassoplatz 1, in Münster eröffnet. Zehn Jahre später wurde es aufgewertet und geadelt und darf sich seitdem Kunstmuseum Pablo Picasso nennen.

Münster verfügt damit über ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal: Das Kunstmuseum Pablo Picasso in der Westfalenmetropole ist nämlich Deutschlands einziges Picasso-Museum. Es beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung der Lithografien Pablo Picassos sowie weitere Picasso-Bestände in verschiedenen künstlerischen Techniken und aus unterschiedlichen Schaffensperioden.

Vielseitigen Entwicklung

„Museen sind weltliche Tempel der Ewigkeit und gemessen an der Ewigkeit sind 20 Jahre ein Klacks“, meint Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Für unseren Namensgeber und Patron Pablo Picasso galt die Devise ,Der ganze Reiz der Kunst liegt im Beginnen’. In diesem Sinne sehen wir auch unsere Sammlung erst am Anfang einer vielseitigen Entwicklung.“

Wie vielfältig und farbenfroh diese Entwicklung ist, zeigt die aktuelle Schau mit dem Titel „Simply The Best – Neuerwerbungen aus 20 Jahren“. Das Museum richtet dabei den Blick konsequent auf seine fruchtbare zwanzigjährige Sammlungsgeschichte. Im ersten Geschoss kommt der Meister selbst in seinen signifikanten Werken zur Geltung. Die Besucher sehen seine kraftstrotzenden Stiere, die Stierkampfarenen und seine Frauen und Musen in Porträts.

Spannungsreiche Dialoge

Es gesellen sich vor allem im zweiten Geschoss die Zeitgenossen und Mitstreiter Georges Braque , Marc Chagall und Henri Matisse hinzu und treten in einen spannungsreichen Dialog mit Picasso. Die Schau entschlüsselt mit rund 150 Grafiken, Keramiken und Fotografien die kreativen Querverbindungen zwischen den vier großen Ausnahmekünstlern, die im Picasso-Museum eine gemeinsame museale Heimat gefunden haben.
„Simply The Best“ vereint dabei die Sammlungshöhepunkte des Picasso-Museums auf ungewöhnliche Art und Weise: Picasso ist mit Werken der Suite Vollard, großformatigen Lithografien und farbenprächtigen Linolschnitten vertreten.

Museen sind weltliche Tempel der Ewigkeit und gemessen an der Ewigkeit sind 20 Jahre ein Klacks.

Museumsdirektor Prof. Dr. Markus Müller

Die stille und feierliche Bildwelt der Grafiken seines künstlerischen Mitstreiters Georges Braque antwortet den Werken des Spaniers. Der Beginn des Ersten Weltkriegs markierte das Ende ihrer engen Zusammenarbeit. Braque wurde seit den frühen zwanziger Jahren zum behutsamen Reformer und Verwandler vormals kubistischer Gestaltungsmuster. Allein schon sein genial angedeutetes Stillleben mit Teekanne und Zitrone sind einen Besuch der Schau wert.

Marc Chagalls Grafiken, teilweise in den für ihn so kennzeichnenden Farben, bestechen durch ihre Vermischung von Realem und Traumhaften und führen zudem in biblische Welten. Wie der Künstler einmal ausführte, brachte er seine Themen und Motive aus dem heimatlichen Russland mit nach Paris. In diesem Schmelztiegel der Avantgarden entwickelte er seine ganz eigene Formsprache, in der sich Fantasie und Wirklichkeit auf eigentümliche Weise begegnen. Der vierte im Bunde der Ausstellung ist Henri Matisse. Dessen Werke, zumal die mit wenigen Strichen hingeworfenen Selbstporträts, künden von der Reife und Genialität eines großen Zeichners. Der Franzose läutert und entschlackt die Kompositionen, arbeitet die Essenz der Dinge heraus.

Zum Thema

„Simply The Best“, 30. Mai bis 6. September, Di bis So: 11 Uhr bis 17 Uhr. www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

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