Abschluss der dreiteiligen Auftaktkonzert-Reihe im Theater Münster
Festlicher Final-Glanz mit „Jupiter“

Münster -

Mit drei mal drei Auftaktkonzerten hat das Sinfonieorchester Münster sein Publikum aus der musiklosen Corona-Krisenzeit herausgeführt. Zum Ende des dritten Zyklus stand Wolfgang Amadeus Mozarts „Jupiter“-Sinfonie auf dem Programm. Ein göttlich-glänzendes Finale.

Sonntag, 14.06.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 18:10 Uhr
Das Sinfonieorchester Münster erntet nach dem Finale mit Mozarts Jupiter-Symphonie Applaus.
Das Sinfonieorchester Münster erntet nach dem Finale mit Mozarts Jupiter-Symphonie Applaus. Foto: J. Loy

Mit reinen Streicher-Einheiten, in Form gegossen von Benjamin Britten und Antonin Dvořák, hatten die drei mal drei Auftaktkonzerte des Sinfonieorchesters Münster vor 14 Tagen begonnen. Zum Abschluss am Samstag und Sonntag kamen nun auch Holz, Blech und Pauke dazu. Aerosole hin oder her: Die Damen und Herren hielten ja ohnehin gehörigen Abstand auf der großen Bühne. Und ohne Holz, Blech und Pauke kann „Jupiter“ nicht göttlich strahlen. Zum Ende des dritten Zyklus mit je einstündigen Corona-Notzeit-Konzerten stand nämlich Wolfgang Amadeus Mozarts „Jupiter“-Sinfonie auf dem Programm.

„Alle scheinbar kluge Zurückhaltung beim Gebrauch von Superlativen wird angesichts dieser Musik von der Gewissheit weggeräumt, dass, wenn irgendwie und -wo klassisches Komponieren kulminiere, dann so und hier“, so hat der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke über das Finale der Jupiter-Sinfonie formuliert. Also kulminierte es auch in Münster im Finalsatz „Molto allegro“. Generalmusikdirektor Golo Berg formte mit seinen 30 Musikerinnen und Musikern eine frische, festliche und bei aller tönenden Fülle stets doch leichte und luzide Klangwelt, die, auch aufgrund des großen Abstandes der Musiker, das Ohr mal zu den Streichern, mal zum Holz und mal zum Blech führte. Und wer träumte sich auch im direkt vorangegangenen tänzerisch-leichten Menuetto nicht schon einmal Richtung Salzburg, wo in anderthalb Monaten die Jubiläums-Festspiele beginnen und Mozart stets über allem schwebt – ob im Geburtshaus des Genies, ob im Mozarteum, wo die ganze Musikwelt zu Hause ist, oder im Festspielhaus.

Mit wiederum einer reinen Streichereinheit hatte das Sinfonie­orchester unter dem stets ebenso markant wie regelrecht abgerundeten Dirigat Golo Bergs sein drittes Konzert begonnen. Gustav Holsts (1874-1934) St. Paul’s Suite lieferte hier, ähnlich wie schon Benjamin Britten im ersten Auftaktkonzert, jenen Klangraum, den Streicher zu bieten haben. Klangsattes Tutti, feines Pizzicato im zweiten Satz oder auch bewegende Klage im „Intermezzo“ mit Konzertmeisterin Midori Goto.

Alles in allem: Münsters Musik hat sich in der Corona-Krise, die ja leider noch weiter anhält, recht eindrucksvoll zurückgemeldet. Es bleibt die Hoffnung, dass sich nach der Sommerpause der Musik- und Theaterkosmos von der Neubrückenstraße über Musikhochschule, Musikschule und die gesamte freie Kulturszene wieder mehr und mehr weitet. Münsters Kulturfreunde sollten dabei ein ebenso weites Herz haben und mit Besuch, Eintritt und Spende diesen Kosmos schnell wieder auf ein solides Fundament stellen.

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