Ahlener Unterstützung für Winter-Ausstellung in Kassel
Spektakulärer Auftritt

Ahlen -

1955 gehörte der Ahlener Fritz Winter zu den „documenta“-Künstlern der ersten Stunde. Im Herbst startet in Kassel die gleichnamige Ausstellung.

Samstag, 25.07.2020, 15:05 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 18:06 Uhr
Die „Komposition vor Blau und Gelb“ (1955) stand im Rahmen der ersten „documenta“ einem Werk Picassos gegenüber. Im Herbst wird es wieder in Kassel zu sehen sein – in der Ausstellung
Die „Komposition vor Blau und Gelb“ (1955) stand im Rahmen der ersten „documenta“ einem Werk Picassos gegenüber. Im Herbst wird es wieder in Kassel zu sehen sein – in der Ausstellung Foto: Fritz-Winter-Haus

Vor 65 Jahren, am 16. Juli 1955, öffnete die erste „ documenta “ in Kassel ihre Tore. Als ehemaliger Bauhausschüler und einer der meist beachteten deutschen Maler der Nachkriegszeit wurde der Ahlener Fritz Winter mit sieben Gemälden zu dieser ersten großen in­ternational ausgerichteten Übersichtsschau von Arnold Bode eingeladen. Winters Auftritt im Museum Fridericianum war spektakulär: Für eine Stirnwand des Großen Malereisaals malte er die sechs Meter breite abstrakte „Komposition vor Blau und Gelb“, durch deren Gegenüberstellung mit Pablo Picassos aus New York entliehenem „Mädchen vor einem Spiegel“ der Anschluss der westdeutschen Malerei an die internationale Kunstentwicklung proklamiert wurde.

Zentrale Beiträge aus drei Jahren

Dieses erste situativ für eine „documenta“ konzipierte Kunstwerk wird in diesem Herbst – ab 13. November – wieder in Kassel zu sehen sein. Die Museumslandschaft Hessen Kassel rekonstruiert in der Neuen Galerie auf Initiative der Fritz-Winter-Stiftung und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im Rahmen der Ausstellung „Fritz Winter. documenta-Künstler der ersten Stunde“ die zentralen Beiträge des Künstlers zu den ersten drei „documenta“-Ausstellungen 1955, 1959 und 1964.

Die Ausstellung in der Neuen Galerie wird rund 90 Werke aus Malerei, Grafik und Bildwirkerei zeigen. Sie basiert auf den umfangreichen Beständen der Muse­umslandschaft Hessen Kassel und der Fritz-Winter-Stiftung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1981 an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beheimatet ist. Die Ausstellung wird maßgeblich unterstützt durch das Ahlener Fritz-Winter-Haus, das bedeutende Leihgaben zur Verfügung stellt. Die Präsentation erfährt großzügige Unterstützung von der Hessischen Kulturstiftung und dem Museumsverein Kassel. Im Rahmen der Eröffnung wird der mit 20 000 Euro dotierte Fritz-Winter-Preis verliehen.

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