Corona: Für den Mund-Nasen-Schutz gibt es schon etliche alternative Begriffe
Von der „Schmiegenplinte“ bis zum „Sküüldouk“

Cloppenburg/Münster -

Die Corona-Masken finden auch in Mundarten und Sprachen ihren Platz. Eine kurze Übersicht vom Saterfriesisch bis zur Masematte.

Freitag, 15.01.2021, 16:58 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 17:20 Uhr
Maske mit NRW-Bezug: Norbert Röttgen, einer von drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, hat sich die „NRW Stiftung“ umgebunden.
Maske mit NRW-Bezug: Norbert Röttgen, einer von drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, hat sich die „NRW Stiftung“ umgebunden. Foto: imago

Die Saterfriesen müssen sich für die Bezeichnung des Mund-Nasen-Schutzes nicht länger Wörter aus dem Hoch- oder Niederdeutschen ausleihen. Das Wort „Sküüldouk“ (Schutztuch) ging als Gewinner aus einem Sprach-Wettbewerb hervor, bei dem 69 Übersetzungen eingereicht wurden, wie Henk Wolf , Beauftragter für das Saterfriesische der Gemeinde Saterland (Kreis Cloppenburg) am Mittwoch mitteilte.

Aus Sicht der vierköpfigen Jury verfügt das von Felix Fischer eingesandte Wort „Sküüldouk“ über alle Eigenschaften, die es zu einem Erfolg machen können: Es wirke nicht konstruiert, sei eindeutig Saterfriesisch, eine kreative Neuschöpfung, kurz und einfach zu verstehen und habe keinen humoristischen Unterton. Top-Chancen hatten auch die Vorschläge „Virensküül“ (Virenschutz) und „Nozelke“, das vom saterfriesischen Wort für Nase abgeleitet wurde und soviel wie „Näselchen“ oder „Näschen“ bedeutet.

Das Saterland im Landkreis Cloppenburg ist Heimat der kleinsten Sprachinsel Europas – nur noch 1000 bis 2000 Menschen sprechen Saterfriesisch. Der aus den Niederlanden stammende Sprachwissenschaftler Wolf ist seit Kurzem in der Gemeinde Saterland Beauftragter für das Saterfriesische.

Das Saterfriesische ging wie das Westfriesische in den Niederlanden und das Nordfriesische in Schleswig-Holstein aus dem mittelalterlichen Altfriesisch hervor. Weil das Saterland durch die isolierte Lage im Moor über Jahrhunderte nicht viel Kontakt mit seinen Nachbarn hatte, konnte auch die Sprache überleben.

Auch in Münster war man übrigens bei der Suche nach treffenden Begriffen für die Maske im Gesicht nicht gerade faul. So wurden Masematte-Freunde bereits mit der durchaus treffenden Vokabel „Schmiegenplinte“ überrascht, was man mit „Gesichtshose“ übersetzen könnte. Das Wort „Schnutenpulli“ (Gesichtspullover), das mittlerweile ebenfalls kursiert, wurde von einer Jury des Fritz-Reuter-Literaturmuseums in Stavenhagen als plattdeutsches Wort des Jahres 2020 gekürt.

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