Die Festspiele des Sommers zwischen Planung und Wirklichkeit
Zuversicht in Salzburg – Zittern in Bayreuth

Münster/Salzburg/Bayreuth -

Was wird im Sommer? Salzburg hat bereits 160 Seiten Programm für die Sommerfestspiele vorgelegt, die vom 17. Juli an im alten Sechs-Wochen-Rhythmus laufen. Bayreuth, ebenfalls für Ende Juli terminiert, will nur mit reduziertem Programm aufwarten. Eine Zwischenbilanz.

Donnerstag, 28.01.2021, 17:44 Uhr
Am 17. Juli 2021 soll Lars Eidinger die Dombühne in Salzburg betreten. Ob Corona das zulässt?
Am 17. Juli 2021 soll Lars Eidinger die Dombühne in Salzburg betreten. Ob Corona das zulässt? Foto: dpa

Die Salzburger Festspiele waren früh dran. Schon Mitte Dezember landete das gut 160 Seiten umfassende Festspielprogramm bei den Festival-Kunden im Briefkasten. Das Direktorium um Präsidentin Helga Rabl-Stadler , und Intendant Markus Hinterhäuser sowie den Kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz wurde in den Wochen zuvor von einem Wechselbad der Gefühle begleitet. Denn bei der Vorbereitung für 2021 hatte die Pandemie die Welt mehr denn je im Griff: „Mit umso größerer Dankbarkeit blicken wir deshalb auf den vergangenen Sommer zurück. Dass wir 100 Jahre nach der Gründung der Festspiele ein Zeichen für die Kraft der Kunst setzen und damit den Gründungsgedanken aufs Eindrücklichste wiederbeleben konnten, haben wir als unser größtes Geschenk zum Jubiläum empfunden.“ Professionelles Krisenmanagement, Testungen und eine vorbildliche Disziplin des Festspielpublikums machten Salzburg im Sommer 2020 zur einer glücklichen Kultur-Insel. Eine Erfahrung, die laut Festspielsprecherin Ulla Kalchmair Rückenwind gibt, um „zuversichtlich“ und „mit Mut“ auf den Sommer 2021 zu schauen. Am 17. Juli soll der neue Jedermann Lars Eidinger auf dem Domplatz die Sommerfestspiele einleiten, eine Musik-Woche der „Ouverture spirituelle“ schließt sich an, bevor dann am 26. Juli Mozarts Don Giovanni eine Neuinszenierung erlebt. Es gilt, sozusagen die zweite, nun siebenwöchige Halbzeit der Jubelfeiern zum 100-jährigen Bestehen der Festspiele 2021 vernünftig zu Ende zu bringen. „Wir gehen davon aus, dass die Impfungen Wirkung zeigen.“ Einen Plan B wie 2020, als die Sommerfestspiele im Mai kurzfristig um zwei Wochen nach hinten geschoben und verkürzt worden waren, gibt es bislang nicht.

Bayreuth hingegen, das seinen 2020 ausgefallenen neuen „Ring“ sicherheitshalber ins Jahr 2022 verschoben hat, wollte eigentlich „im Laufe des Monats Januar“ den aktuellen Spielplan bekanntgeben – heute wäre die letzte Gelegenheit. Man hörte bislang nur, dass die Festspiele im Umfang reduziert und mit halber Zuschauerzahl im Festspielhaus stattfinden sollen. Als Neuinszenierung steht lediglich „Der fliegende Holländer“ auf dem Programm, wobei sich das Interesse weniger auf Regisseur Dmitri Tcherniakov als auf die erste Dirigentin des Festspielorchesters Oxana Lyniw und auf die „Senta“ der Sopranistin Asmik Grigorian richtet. Zudem soll es drei Vorstellungen der „Walküre“ geben, des populärsten Werks aus dem vierteiligen „Ring“, wozu der österreichische Künstler Hermann Nitsch verpflichtet werden sollte – allerdings ist nicht klar, in welcher Funktion.

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