Die Thomaner und Andreas Reize
Thomaskantor sitzt sicher im Sattel

Münster/Leipzig/Solothurn -

Die Sache war im Dezember 2020 klar: Der Schweizer Andreas Reize soll Thomaskantor in Leipzig werden. Doch dann rührte sich im Traditionschor Widerstand gegen den Beschluss von Findungskommission und Leipziger Rat. Jetzt aber scheinen die letzten Unstimmigkeiten ausgeräumt zu sein. Im Herbst soll Reize in Leipzig jedenfalls antreten. Ein Schweizer Katholik in den Fußstapfen von Johann Sebastian Bach. Von Johannes Loy
Dienstag, 20.04.2021, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.04.2021, 20:00 Uhr
Die Thomaner in Leipzig sind einer der traditionsreichsten Chöre in Deutschland.
Die Thomaner in Leipzig sind einer der traditionsreichsten Chöre in Deutschland. Foto: Matthias Knoch/Theater Solothurn/dpa
In der Szene der Evangelischen Kirchenmusik gibt es kaum ein Amt, das derart im Zentrum des Interesse steht wie das Amt des Thomaskantors in Leipzig – in der Nachfolge von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Im Moment hat den Posten Gotthold Schwarz (68) inne. Er wird im Sommer nach sechsjährigem Interregnum im Gefolge von Georg Christoph Biller (1992-2015) in den Ruhestand gehen. Sein Nachfolger wird, wie unter anderem in einem ausführlichen Interview in dieser Zeitung berichtet, ein Katholik aus der Schweiz: Andreas Reize (45). Einstimmiges Votum Das Berufungsverfahren war Ende 2020 längst abgeschlossen, Findungskommission und Leipziger Stadtrat hatten einstimmig für Reize votiert. Doch im März regte sich Widerstand aus dem Chor selbst. Etliche Thomaner hatten sich mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gewandt, darin An­dreas Reize als Thomaskantor abgelehnt und sich für David Timm als Chorleiter ausgesprochen.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7926828?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F3825912%2F
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/1/7926828?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F3825912%2F
Nachrichten-Ticker