Studiengang Literarisches Schreiben
Köln sticht Münster aus: Keine Kooperation der Droste-Stiftung mit der WWU

Köln oder Münster? Köln ohne Münster. Die auf Burg Hülshoff bei Havixbeck geplante akademische Schreibwerkstatt wird ihre wissenschaftliche Unterstützung im Rheinland finden und nicht in der Uni Münster, wie ursprünglich geplant. Damit ist ein vom NRW-Kulturministerium angestrebter Wettstreit zweier Hochschulen um das beste Konzept beendet, noch ehe er begonnen hat.

Freitag, 16.09.2016, 01:09 Uhr

Studiengang Literarisches Schreiben : Köln sticht Münster aus: Keine Kooperation der Droste-Stiftung mit der WWU
Die Burg Hülshoff - Renovierung mit Dr. Barbara Rüschoff-Thale und Hugo Fiege Foto: Jürgen Peperhowe

Die Kölner Medienakademie will das Kooperationsprojekt – die Uni Münster sagte von Anfang an durch die Blume Nein. „Münster war aufgrund nicht vorhandener Ressourcen bei dem Thema sehr zurückhaltend“, sagt Dr. Barbara Rüschoff-Thale , Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vorsichtig. Die gebremste Begeisterung war offensichtlich, die Entscheidung des Ministeri­ums darum naheliegend.

Unter Federführung des LWL entwickelt die Droste-Stiftung seit 2012 Burg Hülshoff sowie das nahe Rüschhaus. Geburtsort und Wirkstätte der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sollen in den nächsten Jahren zu einem hochkarätigen Kultur- und Literaturzentrum aufgewertet werden. Dem dient auch der Studiengang Literarisches Schreiben.

Regionale Grenzen überwinden

Eine Niederlage sehen in dieser Entscheidung weder Dr. Hugo Fiege aus dem Kreis der Stifter noch Rüschoff-Thale. „Für die Entwicklung des auf Burg Hülshoff geplanten Literaturzen­trums ist die Kooperation mit dem Rheinland eine gute Sache“, sagt Fiege. Dadurch würden regionale Grenzen überwunden. Zu ei­nem späteren Zeit punkt seien natürlich weitere Hochschulen eingeladen, sich zu beteiligen – „auch die Uni Münster“.

Vor ein paar Monaten klang das noch anders. Das Land hatte neben Münster auch Köln ins Spiel gebracht. In der Droste-Stiftung emp fand das mancher als Affront. Der wurzelt z um einen in ei­nem überkommenen Rhein­land-con­tra -­ Westfalen-Reflex u nd war in diesem speziellen Fall zudem eingebettet in die Sorge, dass die Burg an den Rand gedrängt werden könnte, wenn erst einmal die Me dienakademie die Regie übernimmt. Die Befürchtungen haben sich zerschlagen.

Lehrstuhl nicht ohne Burg Hülshoff denkbar

Von „hervorragenden Gesprächen mit dem Land“ erzählt die LWL-Kulturdezernentin. Düsseldorf habe wiederholt bekundet, dass ein solcher Lehrstuhl nicht ohne Anbindung an Burg Hülshoff denkbar sei.

Dass die münsterische Uni die Pläne einer Ausbildungsstätte für angehende Schriftsteller zurückhaltend aufgenommen hatte, war von der Stiftung mit Bedauern auf genommen worden. Weil ein solches Institut in NRW einmalig und allein deshalb etwas Besonderes ist. Hinzu kommt: Seine Ansiedlung in Münster hätte durch die Nähe zum Lebens- und Arbeitsort der Dichterin ei­nen eigene Note erhalten.

Nun gibt es einen externen Partner. Man könnte auch sagen: Das Rheinland hat in Sachen Kultur seinen Stiefel auf westfälischen Grund gestellt.

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