Dichten bei der Droste
Auf Burg Hülshoff lernen Studenten künftig "Literarisches Schreiben"

Münster/Düsseldorf -

Schreiben braucht Talent – man kann es aber auch lernen. Genauso wie das Bildhauen oder Malen. Für Letzteres gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits Hochschulen. Wer Schriftsteller oder Dichter werden will und das Schreiben in NRW von der Pike auf lernen möchte, kommt künftig am neuen Studiengang Literarisches Schreiben nicht vorbei. Und damit auch nicht an der Burg Hülshoff.

Montag, 06.02.2017, 20:02 Uhr

 Burg Hülshoff
  Burg Hülshoff Foto: dpa

Zum Wintersemester im Ok­tober startet die Kunsthochschule für Medi­en Köln (KHM) eine akademische Schreibwerkstatt. Zehn angehende Literaten sollen zunächst aufgenommen werden. Das, was dieses Studi­um so besonders macht, ist nicht allein der Inhalt: ­Bestandteil des Studiums sind mehrmonatige Resi­denz­phasen auf der Burg Hülshoff in Münster-Havixbeck und damit an jenem Ort, an dem die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff Anfang des 19. Jahrhunderts lebte und arbeitete.

Dadurch „erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich an einem literarisch geprägten Ort individuell auf ihre künstlerische Karriere vorzubereiten“, sagte am Montag NRW-Kulturministerin Christina Kampmann, die das Projekt mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, der Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorstandsvorsitzenden der Droste-Stiftung, Dr. Barbara Rüschoff-Thale und dem KHM-Rektor Prof. Hans-Ulrich Reck vorstellte.

Die Burg Hülshoff in Bildern

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    Foto: Wilfried Gerharz
  • Haus Rüschhaus von oben

    Foto: Jürgen Peperhowe
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    Foto: Stadt Münster
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  • Die zeitgenössische Darstellung zeigt die deutsche Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.

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    Foto: Klaus de Carné
  • Mächtig stolz auf den Annette-von-Droste-Hülshoff Preis: die gebürtige Dorstenerin Cornelia Funke, hier vor der Burg Hülshoff in Havixbeck.

    Foto: Alexander Bitting

Vergessen sind damit die Querelen aus einer früheren Phase des Projektes. Damals hatte die Droste-Stiftung noch deutlich gemacht, den Studiengang mit der münsterischen Uni und der dortigen Kunsthochschule entwickeln zu wollen. Doch beider Interesse war eher verhalten gewesen, so dass die Stiftung am Ende ganz dankbar war, dass das Land die Kölner ins Rennen geschickt hatte.

Am Montag überwog natürlich die Zufriedenheit. Erst in der vergangenen Woche hatte das Kabinett den neuen Studiengang gebilligt. Von einer „einmaligen Kooperation“ zwischen Rheinland und Westfalen sprach Schulze. Die die Chance in sich berge, „dass sich Burg Hülshoff zu einem literarischen Zentrum entwickelt“, ergänzte Kampmann.

Den Ball nahm Rüschoff-Thale auf und versprach, nach neuen Formen der Aufführung „jenseits der sattsam bekannten ,Dichter-Lesung mit Wasserglas‘“ suchen zu wollen.

2018 sollen die ersten Studierenden nach Münster kommen. Untergebracht werden sie in einer historischen Jugendstilvilla in unmittelbarer Nähe der Burg. Der Ort solle die jungen Literaten beflügeln, gleichzeitig sollen sie die Burg beleben.

Schon kommende Woche beginnen die Ausschreibungen, sagte Rektor Reck. Und deutete an, dass das Projekt der Kölner mit der Droste-Stiftung nur ein Anfang sein müsse: „Da „können sich noch ganz andere Formen der Kooperation anschließen.“ Das klang so, als werbe da ­jemand offensiv um das universitäre Münster.

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