Ahlen Pionier ohne Plakate?
Bürgerliche Mitte Ahlen: Ganz auf Plakatierung verzichten

Ahlen -

Plakat-Posse und kein Ende: Die Bürgerliche Mitte Ahlen (BMA) ruft zum generellen Verzicht auf. Ohne Plakate könnte Ahlen landesweit Pionier sein.

Donnerstag, 24.08.2017, 20:08 Uhr

Die Großen von hinten: Rückansicht am Ahlener Bahnhof.
Die Großen von hinten: Rückansicht am Ahlener Bahnhof. Foto: Ulrich Gösmann

Die BMA-Fraktion verfolgt die Plakatodyssee im aktuellen Bundestagswahlkampf mit Kopfschütteln. „Das hätte man sich alles erspart, wäre man auf unseren Vorschlag eingegangen, komplett auf Wahlwerbung in Wahlkämpfen zu verzichten“, so Fraktionsvorsitzender Matthias Bußmann am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

„Bei der Diskussion im Hauptausschuss haben wir als BMA immer klar die Ansicht vertreten, dass Wahlwerbung im öffentlichen Raum überflüssig ist“, so Bußmann weiter. „Ein Verzicht vermeidet Personalkosten in der Verwaltung, die gerade bei dieser Provinzposse wieder sehr gefordert wird, und wäre auch ein Signal an den Umweltschutz und Schutz von Ressourcen. Zudem verschandelt Wahlwerbung das Stadtbild.“

Wahlplakate stören

Weiter stellt die BMA sich die Frage, ob im Zeitalter von Internet, Facebook , Twitter und Instagram überhaupt Wähler durch Wahlplakatwerbung erreicht werden.

Dieser Frage seien Prof. Dr. Jan Lies und Laura Stefanelli von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) mit einer Befragung zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2011 nachgegangen. 100 Prozent der Befragten hätten angegeben, noch nie eine Partei aufgrund eines Wahlplakats gewählt zu haben.

Und weiter: Den grundsätzlichen Einsatz von Wahlplakaten, unabhängig von ihrer Funktion, hätten 42 Prozent der Befragten als störend empfunden. Dabei zeige sich jedoch ein Gefälle zwischen den Altersgruppen: Während 80 Prozent der Wähler zwischen 18 und 45 Jahren Wahlplakate nicht als störend empfanden, gaben in der Altersgruppe 45 bis 70plus immerhin 64 Prozent an, sich gestört zu fühlen.

Ahlen hätte die Chance, Vorreiter in NRW zu werden.

Matthias Bußmann

Wie schwer es ist, einfachste Informationen – wie beispielsweise den Absender – via Wahlplakat zu übermitteln, habe ein Wiedererkennungstest gezeigt: Nur 46 Prozent der Befragten seien am Ende des Interviews noch dazu in der Lage gewesen, ein Plakat, das sie am Anfang des Interviews gesehen hätten, der richtigen Partei zuzuordnen.

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„Der Bürger sollte daher nicht mehr mit Wahlwerbung belastet werden“, ist die BMA der Ansicht. Mehr noch: „Ahlen hätte die Chance, Vorreiter in NRW zu werden, als eine Stadt, die auf einzelne Plakat-Wahlwerbung der Parteien zugunsten des Stadtbildes verzichtet und bei entsprechender Vermarktung durch die Presseabteilung der Stadt würde das einen hohen Bekanntheitsgrad der Stadt landes- und bundesweit möglich machen, und den innovativen, kreativen Charakter der Stadt herausstellen“, so Matthias Bußmann.

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