Polizei auf Vermisstensuche
Die Beamten reagieren sofort

Münsterland -

Jugendliche, die einfach einmal eine kleine Auszeit von ihren Eltern nehmen wollen, diese Fälle gibt es laut Reiner Schöttler von der Pressestelle der Polizei Steinfurt häufiger. Gelegentlich werden auch Kinder oder ältere Menschen vermisst. Wenn sich dann aufgeregte Eltern, Betreuer oder Angehörige bei der Polizei melden, reagieren die Beamten sofort.

Freitag, 25.08.2017, 16:08 Uhr

Polizei auf Vermisstensuche : Die Beamten reagieren sofort
(Symbolbild) Foto: dpa

„Wir stellen die Suchmeldung in unsere Dateien, damit alle Kollegen informiert sind“, berichtet Schöttler . Welche Maßnahmen zusätzlich eingeleitet werden, sei allerdings immer vom jeweiligen Einzelfall abhängig. In Hörstel wurd seit dem 20. Juli eine 15-jährige Schülerin vermisst, die in einer Einrichtung untergebracht ist. Anmerkung der Redaktion: Die vermisste 15-Jährige Schülerin aus Lengerich ist mittlerweile wieder aufgefunden worden.

Im einem Internetchat hat sie erklärt, dass sie sich bei Freunden aufhalte und sich niemand Sorgen machen müsse. Nun machen sich die Beamten aber doch Sorgen. „In so einem Fall wenden wir uns an die Öffentlichkeit“, sagt Schöttler. Die Regel sei diese Art der Fahndung allerdings nicht.

Oft tauchen die Vermissten nach kurzer Zeit von selbst wieder auf. Bei kleinen Kindern, Kranken oder Personen, die dringend auf Medikamente angewiesen sind, werde immer intensiver gesucht. Dabei kommen auch Hubschrauber, Spürhunde und Hundertschaften zum Einsatz, erklärt Angela Lüttmann , Pressesprecherin bei der Polizei Münster.

Intensive Gespräche

„Im Gespräch mit Angehörigen versuchen wir, zunächst den Grund des Verschwindens herauszufinden“, berichtet Schöttler. „Wir klären, ob eine Gefahr für den Vermissten besteht.“ Es gebe allerdings auch bereits polizeibekannte Jugendliche, die des Öfteren verschwinden, die aber bisher immer wieder wohlbehalten zurückgekehrt sind, sagt Angela Lüttmann. Wenn diese von der Polizei aufgegriffen werden, bringen die Beamten sie nach Hause zurück.

Bei Erwachsenen sieht der Fall anders aus, erklärt die Pressesprecherin. Über 18-Jährige haben das Recht, ihren Aufenthaltsort selbst zu bestimmen, ohne dass sie dafür jemanden Rechenschaft schuldig sind. Lüttmann erinnert an den Fall des „Höhlenmenschen“, der sich entschieden hat, ohne seine Familie in der Einsamkeit zu leben. „Das darf jeder so halten wie er will.“ Auch wenn sich andere Menschen Sorgen machen.

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