Havichhorster Abend mit Martin Richenhagen
„Mein Sohn, was machst du?“

Münster -

Martin Richenhagen führt eines der größten Unternehmen in der Agrarbranche. Jeder Landwirt kennt seine Produkte. Dabei startete der Manager seine Karriere zunächst als Lehrer.

Freitag, 08.09.2017, 10:09 Uhr

Experten unter sich:  Martin Richenhagen und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring (rechts), vor zwei Fendt-Traktoren.
Experten unter sich:  Martin Richenhagen und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring (rechts), vor zwei Fendt-Traktoren. Foto: Jürgen Christ

Eigentlich hätte Martin Richenhagen sich an diesem Abend auf seinen Unterricht an einer Schule in Frechen vorbereiten müssen. Aber das Leben des heute 64 Jahre alten Rheinländers bekam Anfang der 80er Jahre eine ungeahnte Wendung. „Ich war ja begeisterter Dressur-Reiter. Und in diesem Umfeld lernte ich in dieser Zeit Jürgen Thumann kennen“, erzählte Richenhagen vor geladenen Gästen beim traditionellen Havichhorster Abend in Münster. Aus dem Kennenlernen wurde ein beruflicher Rat, den der damalige BDI-Präsident dem jungen Lehrer erteilte – und Richenhagen verließ Knall auf Fall die geordnete Beamtenlaufbahn. Der Kommentar seines streng katholischen Vaters ist ihm heute noch unvergessen: „Mein Sohn, was machst du?“.

Heute ist Richenhagen Vorsitzender und Präsident der Firma AGCO, dem weltweit drittgrößten Landmaschinenhersteller. Und einer der wenigen Deutschen, die es an die Spitze eines amerikanischen Unternehmens geschafft haben. Und sich dort dauerhaft hält. „Natürlich bin ich darauf stolz“, erklärt Richenhagen in einem sehr persönlichen und launigen Gespräch. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Seit seinem Amtsantritt 2004 erhöhte sich der Gewinn pro Aktie von einem Dollar auf sechs Dollar, der Umsatz der Firma, bei der weltweit 13 000 Mitarbeiter tätig sind, liegt bei elf Milliarden Dollar. Neben seiner Weltoffenheit („Ich bemühe mich gerade, den Amerikanern zu erklären, wie wir Deutschen ticken.“) kann sich Richenhagen immer auf seine Erfahrungen verlassen. „Ich habe in der Stahlbranche gearbeitet, habe bei Schindler die Welt der Aufzüge kennengelernt“, sagt Richenhagen. Aber nicht nur seine Erfahrungen beim Landmaschinenfirma Claas aus Harsewinkel, sondern auch seine heutigen Geschäftskontakte haben den heutigen CEO deutlich gemacht. „Nirgends gibt es so Kunden und Partner wie in der Landwirtschaft.“

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