Neu im Amt, lange im Geschäft
Regierungspräsidentin Dorothee Feller will vermitteln, gestalten – und eigene Akzente setzen

Münster -

Neu im Amt, ja. In der Behörde aber ein alter Hase. Vor fünf Wochen hat Dorothee Feller das Amt des Regierungspräsidenten von Münster übernommen. Vorgänger Reinhard Klenke war Ende August in den Ruhestand verabschiedet worden. Die bisherige Vize Feller, seit 1996 bei der Behörde, rückte auf. Weht jetzt ein anderer Wind am Domplatz in Münster?

Sonntag, 08.10.2017, 20:10 Uhr

Dorothee Feller ist seit fünf Wochen Regierungspräsidentin in Münster. Einen neuen Stellvertreter gibt es noch nicht. „Die Stelle ist ausgeschrieben“, sagt sie.
Dorothee Feller ist seit fünf Wochen Regierungspräsidentin in Münster. Einen neuen Stellvertreter gibt es noch nicht. „Die Stelle ist ausgeschrieben“, sagt sie. Foto: Gunnar A. Pier

Redaktionsbesuch der 51-jährigen Juristin. Was sofort auffällt: Sie kann sich für die Themen, mit denen sie tagtäglich zu tun hat, tatsächlich begeistern. Regionalplanung, Kommunalaufsicht, Genehmigungsbehörde, verlängerter Arm der Landesregierung im Münsterland und Emscher-Lippe-Raum: Manches davon wirkt auf den Außenstehenden zunächst dröge.

Wenn etwas gelingt, kann ich mich freuen wie ein kleines Kind.

Dorothee Feller

Feller sagt: „Wenn etwas gelingt, kann ich mich freuen wie ein kleines Kind.“ Das gilt im Kleinen – etwa bei Projekten der Regionale 2016. Das gilt im Großen – wie beispielsweise im Fall des Eon-Kraftwerks in Datteln, um dessen Bau viele Jahre gestritten wurde. Am Ende konnte die Bezirksregierung die Genehmigung erteilen ...

Reinhard Klenke

Reinhard Klenke Foto: Gunnar A. Pier

Mittler zwischen Landesregierung und Region

Zentrale Aufgabe der Behörde ist es, Mittler zu sein zwischen der Landesregierung und der Region. Feller ist es hierbei wichtig, zu gestalten und dafür die nötigen Freiheiten zu haben. „Interpretationsspielräume nutzen“, nennt sie das. Was für sie immer auch bedeutet, nicht von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben zu agieren, sprich: „die Landesregierung zu beraten“.

Wunsch: Ausgeglichene Verhältnisse

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Für die klammen Kommunen im Emscher-Lippe-Raum Zugänge zu rechtlich bis dahin verwehrten Fördertöpfen zu suchen. Die Landesregierung folgte ihr und dem damaligen Regierungspräsidenten Dr. Peter Paziorek – und eröffnete neue Wege. Apropos Emscher-Lippe: Nach wie vor ist der Ruhrgebiets-Sprengel der wirtschaftlich darbende Teil im Bezirk. Für ihn engagiert sich Feller schon lange. „Mein Wunsch wäre es, irgendwann ausgeglichene Verhältnisse zwischen dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region hinzubekommen“, sagt sie.

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Die Regionalplanung ist ei­­­­ne wichtige Aufgabe der Behörde. Von dort aus ist es nicht weit zur Regionalpolitik. Hier hat sie schon Einfluss – und möchte künftig weiter „Einfluss nehmen, oh­­ne mich aufzudrängen“. Natürlich müssen die westfälischen Teilregionen besser kooperieren. Es sei aber auch gut, dass sie jeweils ihr eigenes Ding machten; „Regionalpolitik passgenau für die jeweilige Teilregion“ nennt sie das. Diplomatie pur. Gefunden werden müsse nun ein „Konstrukt“ fürs originär Westfälische. Eine Ebene, die das Darunterliegende nicht er­drückt. „Und immer auch das westfälische Ruhrgebiet einbezieht“, sagt sie.

Politik in der Grenzregion

Kein Behörden-Business as usual: die Beziehung zu den Niederlanden. Die grenznahen Provinzen suchen seit geraumer Zeit offensiv den Kontakt zu dieser Seite der Grenze. Vieles läuft gut: Stichwort Hochwasser- oder Katastrophenschutz. „Grundsätzlich“, sagt Feller, „können wir aber mehr machen.“

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