Feinbrennerei Sasse installiert sechs neue Tanks
Platz für 150 Tonnen Destillat

Schöppingen -

Die Feinbrennerei Sasse stellt sich weiter für die Zukunft auf. An der Düsseldorfer Straße entstehen in sechs Tanks à 25 000 Liter Speicherkapazitäten für 150 Tonnen hochprozentiges Destillat. Die Gesamtkosten der Anlage, zu der auch ein neuer Tiefbrunnen und zwei Löschwasserbecken gehören, liegen bei knapp über einer Million Euro.

Freitag, 24.11.2017, 06:11 Uhr

Sechs Tanks á 25 000 Liter sorgen für ausreichend Lagerkapazität. Damit soll sichergestellt werden, dass die Spezialsorten bis zu drei Jahre im Voraus produziert werden können.
Sechs Tanks á 25 000 Liter sorgen für ausreichend Lagerkapazität. Damit soll sichergestellt werden, dass die Spezialsorten bis zu drei Jahre im Voraus produziert werden können. Foto: Matthias Höing

Das Unternehmen will damit eine gleichbleibend hohe Qualität seiner Spezial-Brände über mehrere Jahre sicherstellen. Ziel ist es, unabhängiger von Ernteausfällen beim Kauf von Bio-Getreide zu werden.

Es sei zum Teil gar nicht so leicht, ausreichend Bio-Getreide in der gewünschten Qualität zu bekommen, so Christoph Lütke-Bitter , Leiter der Spirituosen-Herstellung.

Für den Münsterländer Lagerkorn muss wegen der regionalen Bezeichnung das Getreide aus dem Münsterland kommen. Da für den Lagerkorn Bio-Getreide verwendet wird, müssen solche Ackerflächen biozertifiziert sein. Doch solche Bio-Ackerflächen sind begrenzt vorhanden. Für die Landwirte ist es gar nicht so leicht, solche Bioflächen zur Verfügung zustellen. Die Umstellung von konventioneller Landwirtschaft bis zur Biofläche „ist ein Prozess über drei Jahre“, sagt Lütke-Bitter. So würde zum Beispiel der Abbau der eingebrachten chemischen Düngemittel kontrolliert. Den langen Übergang könnten sich viele Landwirte finanziell gar nicht leisten, so Lütke-Bitter.

Früher pflückten Sasse-Mitarbeiter Holunderblüten an den Wegrändern auf dem Schöppinger Berg. Das geht nicht mehr. Da die Wegränder nicht vom Land als biozertifizierte Flächen ausgewiesen seien, könne man die Flächen nicht mehr nutzen, so Lütke-Bitter. „Für Holunderblüten gibt es in Nordrhein-Westfalen nur zwei biozertifizierte Plantagen“, sagt Sasse-Mitarbeiter Friedhelm Egbert . Dort versorgt sich das Unternehmen mit den benötigten jährlich rund 50 Kilo Holunderblüten.

„Wir müssen schon in der Saat die Aufträge vergeben. Wenn die Ernte schlecht wird, stehen wir mit fast leeren Händen da und müssen schauen, welche anderen Rohstoffe es am Markt gerade gibt“, sagt Lütke-Bitter.

Aber selbst bei geliefertem Getreide können Problemen auftreten. Vor allem dann, wenn das Getreide zu feucht ist. „Über 14 Prozent Wassergehalt sollte das Getreide nicht haben, wenn man es länger lagern möchte“, sagt Friedhelm Egbert.

Um den Schwankungen besser begegnen zu können, baut die Feinbrennerei die neuen Speicher. Die Destillate werden dort mit einem Alkoholgehalt von mehr als 90 Prozent eingelagert, um später weiterverarbeitet werden zu können.

Mit dem neuen Destillatspeicher kann Sasse seine Spezialsorten bis zu drei Jahre im Voraus herstellen.

Bereits 2014 hatte die Feinbrennerei ein neues Fasslager gebaut. In der 35 Meter langen und 20 Meter breiten Halle können rund 1000 Barriquefässer mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 200 000 Liter liegen.

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