Das Münsterland positioniert sich
Auf dem Weg zur starken Marke

Münster -

Marke Münsterland? Da war doch was. Vor einem Jahr wurde der Prozess der Markenbildung im Münsterland offiziell gestartet. Dann wurde es darum eher ruhig. Jetzt wurden erste Projekte vorgestellt.

Mittwoch, 29.08.2018, 10:24 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.08.2018, 10:24 Uhr
Fünf Buchstaben, jeder für sich erzeugt im Kopf des Betrachters ein Bild. So funktioniert eine Marke.
Fünf Buchstaben, jeder für sich erzeugt im Kopf des Betrachters ein Bild. So funktioniert eine Marke. Foto: Wilfried Gerharz

Am Dienstag hatte die verantwortliche regionale Management-Agentur Münsterland e.V. nach Münster geladen, um die ersten Projekte vorzustellen – und die rund 250 Gäste darauf einzuschwören, dass der damit eingeschlagene Weg vielleicht nicht steinig, wohl aber lang werden wird. Die Veranstaltung moderierten Dr. Norbert Tiemann, Chefredakteur unserer Zeitung, und Eva Jazdzejewski.

Das Münsterland ist noch keine Marke, soll aber eine werden. Der Prozess ist eine Investition in die Zukunft. Der demografische Wandel nebst einhergehendem Fachkräftemangel machen es nötig, die Aufmerksamkeit von Nicht-Münsterländern verstärkt auf die Region zu lenken, ihr Interesse zu wecken – oder noch besser: ihnen Lust darauf zu machen.

Allein mit schnöder Werbung funktioniert das nicht. Es braucht als Basis vielmehr zentrale Inhalte, die erst erkannt und dann be nannt werden. Auf den Punkt gebrachte Qualitäten, „die DNA der Region“, sagte Christoph Engl von der Unternehmensberatung Brand Trust.

Heinrich-Georg Krumme, Hans Hund, Dorothee Feller, Dr. Benedikt Hüffer, Klaus Ehling, Dr. Norbert Tiemann und Christoph Engl (v. l.) lobten das Erreichte. Wohl wissend, dass die eigentliche Arbeit erst noch kommt.

Heinrich-Georg Krumme, Hans Hund, Dorothee Feller, Dr. Benedikt Hüffer, Klaus Ehling, Dr. Norbert Tiemann und Christoph Engl (v. l.) lobten das Erreichte. Wohl wissend, dass die eigentliche Arbeit erst noch kommt. Foto: Wilfried Gerharz

Engl ist ein spannender Typ. Agil und eloquent, jemand, der von dem, was er tut, und der Art und Weise, wie er es tut, überzeugt ist. Eine Stunde referierte er über die Macht der Marke, dass sie – gut positioniert – als Produkt einen „Will haben“- und als Region eine „Will hin“-Reflex“ auslösen kann.

Letzteres soll die Marke Münsterland künftig er­reichen. Deren Ingredienzen spielen mit den schönen Städten und reizvoller Landschaft, einer kultivierten Lebensart und besonderen Lebensqualität sowie den souveränen, selbstbestimmten Menschen. „Die Marke soll das Ankommen leicht machen, für ein Wohlfühl-Gefühl sorgen und letztlich fürs Hierbleiben sorgen“, sagte Münsterland e.V.-Vorstand Klaus Ehling.

Die Qualität einer Region zeigt sich auch in Projekten, die sie auszeichnet. Drei ­haben die Markenmacher fürs Münsterland aufs Tapet gebracht.

► Bei onboarding@muensterland geht es darum, Un­ternehmen bei der Integration neuer Mitar­bei­ter zu helfen und damit dem Ankommen zu dienen, schilderte Projektleiterin Judith Schäpers . Bedeutet beispielsweise: bei Behördengängen helfen, den Partner bei der Jobsuche unterstützen oder dabei, einen Kitaplatz fürs Kind zu finden.

►  Picknick ³ ist ein Kommu nikationsprojekt, „das das ­Lebensgefühl herüberbringen soll“, erklärte Schäpers‘ Kollege Dr. André Wolf. Das Bild des Picknicks steht für Landlust, gutes Essen und Trinken, anregende Ge­spräche – „ungezwungen und niveauvoll zugleich“. Es bedient die Wohlfühl-Sparte.

►  „münster.land.leben“ ist ein Riesen-Vorhaben, hinter dem vor allem die Fachhochschule Münster steht – gemeinsam mit 75 Projektpartnern. Das Ziel: zukunftsfähige Lösungen auf den ­Feldern der Gesundheits­vorsorge und Teilhabe zu finden, schilderte FH- Vize-Präsident Carsten Schröder.

Die Reaktionen am Ende: rundum positiv. Von einer „Aufbruchsstimmung“ sprach Hans Hund, der Handwerkskammerpräsident. IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer betonte die Rolle der Land­räte und Münsters Ober­bürgermeister als treibende Kräfte. Regierungspräsidentin Dorothee Feller appellierte an alle, „die Umsetzung gemeinsam zu tragen“, während sich der Münsterland e.V.-Aufsichtsratschef Heinrich-Georg Krumme grundoptimistisch gab: „Daraus entwickelt sich ein Schub.“

Kommentar: Lust aufs Land

Eine Region als Marke zu definieren, ist kein Schnickschnack, sondern eine kluge Investition in die Zukunft. In Zeiten, in denen der demografische Wandel drückt und Fachkräfte Mangelware sind, wird das Werben um kluge Köpfe und deren Familien zu einer strategischen Aufgabe.Unternehmen stehen in Konkurrenz zueinander, Regionen tun das auch. Auch ländliche Räume sind oft spannend und attraktiv. Nur, wer weiß das schon?

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