Pfarrei beschließt Schutzkonzept
Entschlossen gegen sexualisierte Gewalt

Ascheberg -

„Wer sich an Kindern vergreifen will, hat in St. Lambertus nichts verloren.“ Auf diese Botschadt bringt Pfarrer Stefan Schürmeyer ein Schutzkonzept der Pfarrei, das am Donnerstag einstimmig verabschiedet worden ist.

Freitag, 12.10.2018, 20:30 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 20:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 20:30 Uhr
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn mahnt höchste Sensibilität bei dem Thema an.
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn mahnt höchste Sensibilität bei dem Thema an. Foto: hbm

„Wir machen die Räume eng, wir wollen mögliche Täter vergrämen.“ Pfarrer Stefan Schürmeyer wird beim Treffen mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, dem Pfarreirat und Kirchenvorstand, lauter und deutlich: „Wer sich an Kindern vergreifen will, hat in St. Lambertus nichts verloren.“ Der Kirchenvorstand sieht das genauso und hat am Donnerstagabend ein institutionelles Schutzkonzept für die Pfarrei einstimmig verabschiedet. „Wir wollen Vertrauen zurückgewinnen. Alle sollen ein gutes Gefühl haben, wenn sie sich in St. Lambertus engagieren oder Angebote annehmen“, greift Schürmeyer auch den Predigtinhalten der Wochenendgottesdienste vor. Mit dem Schutzkonzept, das Pastoralreferentin Christine Knuf maßgeblich erarbeitet hat, beweise die Kirche Handlungsfähigkeit.

Eingebunden in das Geschehen waren viele Gruppen, Einrichtungen und Vereine, die mit dem Bearbeiten von Fragebögen zur Bestand- und Risikoanalyse beitrugen. Beim Formulieren des Solls werden Schutzmaßnahmen an vielen Stellen sichtbar. So wird die Prävention sexualisierter Gewalt in Bewerbungs- und Personalgesprächen mit Hauptamtlichen thematisiert, Führungszeugnisse werden erweitert, eine Selbstauskunftserklärung und ein Verhaltenskodex sind zu unterschreiben. Alle Personen werden geschult.

Wer ehrenamtlich tätig werden will, muss ein Gespräch zur Thematik führen und wird ebenfalls geschult. Auch Ehrenamtler unterschreiben einen Verhaltenskodex. „So werden von den Kommunionkatecheten über Firmhelfer und Lagerleiter immer mehr Menschen sensibilisiert und schauen aufmerksam hin. Das macht es möglichen Tätern viel schwerer, denn sie wollen ja unerkannt bleiben“, erklärt Schürmeyer.

Offen aufgezeigt werden auch die Beschwerdewege, wenn Grenzverletzungen festgestellt werden. Präventionsbeauftragter in der Pfarrei ist Pastoralreferent Tobias Kettrup. Ansprechpartner ist auch Pfarrer Schürmeyer. Genannt werden auch externe Wege bis hin zur Polizeidienststelle Ascheberg. „Wir als Kirche haben keinen Spielraum, wir müssen übersensibel und extrem empfindlich sein“, machte Zekorn in der Diskussion klar. Spielraum hätten nur Betroffene, denen man alle Wege offenhalte.

Wichtiger Bestandteil des Schutzkonzeptes sind Schulungen, intensive über zwölf Stunden für Hauptamtliche. Basisschulungen für Nebenamtler und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, etwa Ferienlagerleitern. Alle Mitarbeiter müssen mindestens eine Informationsveranstaltung besuchen.

Das Schutzkonzept ist nichts allein für die Gegenwart. Spätestens nach fünf Jahren ist es zu überarbeiten. Andere Anlässe sind Vorfälle sexualisierter Gewalt und strukturelle Veränderungen. Informationstreffen oder Schulungen werden jährlich angeboten.

Als letzten, aber nicht unwichtigsten Aspekt, enthält das – ohne Anlagen – 23-seitige Papier Maßnahmen, um Kinder zu stärken. Hier wird der Blick auf das gelenkt, was in Kitas und Schule sowie bei den kirchlichen Angeboten bereits geschieht.

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