Wie wachsen die Tiere eigentlich auf?
„Die Gans ist fertig“ – Am Sonntag beginnt die Saison

Greven -

Wenn Margret und Gerd Hufelschulte auf die Wiese kommen, wird klar, warum es „Gänsemarsch“ heißt: Eine voran, alle hinterher, die ganzen Gänse marschieren in die andere Richtung. „Es sind vorsichtige Tiere“, sagen ihre Besitzer. Doch am Ende wird ihnen das nichts nutzen: Am Sonntag ist St.-Martins-Tag, da beginnt die traditionelle Zeit der Gänsebraten.

Samstag, 10.11.2018, 17:17 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 16:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 10.11.2018, 17:17 Uhr
Gerd und Margret Hufelschulte züchten in Greven Freiland-Gänse – und am Sonntag beginnt die Gänsebraten-Saison.
Gerd und Margret Hufelschulte züchten in Greven Freiland-Gänse – und am Sonntag beginnt die Gänsebraten-Saison. Foto: Gunnar A. Pier

Familie Hufelschulte verkauft Gänse ab Hof. Wer schon einmal die Landstraße von Greven nach Nordwalde genommen hat, ist den Tieren wohl schon begegnet. Links und rechts der Straße leben sie auf den Wiesen des generationenalten Bauernhofs. Da lacht das Herz einen jeden, der ums Tierwohl besorgt ist. „Eine Gans fühlt sich nur draußen wohl“, erklärt Gerd Hufelschulte.

„Selbst bei minus fünf Grad und Schneeregen gehen die Tiere nach draußen, sobald ich die Tür aufmache.“ Den Rest des Tages können sie selbst entscheiden, ob sie im Stall oder auf der Wiese bleiben. Und sie bleiben auf der Wiese. Nur nachts werden sie in den Stall getrieben, denn schließlich hat schon so mancher Fuchs die Gans gestohlen – nicht nur im Kinderlied.

Früher standen auf den Wiesen Weiderinder. Doch die BSE-Krise verdarb erst den Verbrauchern die Freude an Rindfleisch, dann den Erzeugern die Lust auf die Zucht. Hufelschultes wagten etwas Neues, seitdem züchten sie Gänse. Und haben die Tiere tatsächlich schnell lieb gewonnen: „Das sind doch schöne Tiere!“, sagt Margret Hufelschulte. „Wenn die so über die Wiese laufen, stolz und mit langem Hals . . .“

Drei Herden

Drei Herden tummeln sich rund ums Hofgebäude. Zwei davon bestehen ausschließlich aus Elterntieren. Etwa ab Februar legen sie Eier, die ungefähr dreieinhalb mal so groß sind wie Hühnereier. Wöchentlich werden sie abgeholt und zu einer Brüterei gebracht. Dort kommen sie für 31 Tage in eine Brutmaschine. Die Küken, bei Gänsen heißen sie „Gössel“, verbringen nach dem Schlüpfen die ersten drei Wochen unter einer Wärmelampe, danach kommen sie zurück nach Greven. Ihr Leben als Mastgans beginnt. Fortan ernähren sie sich vornehmlich von Gras auf der Wiese. In diesem trockenen Sommer mussten die Züchter allerdings mehr Getreide zufüttern als in anderen Jahren.

Der Gänsehof Hufelschulte in Greven

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  • Die Gänse verbringen die Tage auf der Wiese, über Nacht kommen sie in den Stall - zum Schutz von Füchsen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Weil sie viel herumlaufen, gelten die Freilandgänse als vergleichsweise wenig fettig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Margret Hufelschulte

    Foto: Pia Weinekötter
  • Foto: Hufelschulte
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Hufelschulte
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Gerd Hufelschulte

    Foto: Pia Weinekötter
  • Foto: Hufelschulte

Die Saison beginnt

Die Saison startet traditionell am 11. November, dem St.-Martins-Tag. „Dann ist die Gans fertig“, sagt Gerd Hufelschulte. Und das könnte ein Grund sein für den Zeitpunkt der Gänsebraten-Zeit: Nie sind Gänse so passend wie in den letzten beiden Monaten des Jahres nach einigen Monaten auf der Wiese. Die eierlegenden Gänse bleiben einige Jahre auf dem Hof und taugen nicht als Braten: „Die sind alt, zäh und tranig – das merken Sie spätestens um 12 Uhr, wenn der Braten auf dem Tisch steht.“ Da muss man kein Experte sein.

Ein Kilo Gans pro Person

Wenn die Zeit gekommen ist, fährt Gerd Hufelschulte mit den Tieren zum Schlachter und wartet so lange, bis seine Tiere wieder auf dem Kühlanhänger liegen. „So bleibt alles in einer Hand“, sagt er. Verkauft werden die Tiere ausschließlich ab Hof. Wer vorbestellt hat, kann eine Gans in der passenden Größe abholen. Man rechnet grob ein Kilo Gans pro Person.

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