Handelsverband Nordrhein-Westfalen: Stefan Grubendorfer folgt Michael Radau
Gemeinsam handeln

Münster -

Der Staffelstab ist übergeben: Nach 15 Jahren an der Spitze des Regionalressorts Westfalen-Münsterland im Handelsverband Nordrhein-Westfalen ist Michael Radau zurückgetreten. Am Dienstagmittag stellte der Interessenverband des Einzelhandels den Nachfolger vor. Neuer Vorsitzender ist der Dortmunder Stefan Grubendorfer. Er war am Montagabend vom Beirat gewählt worden.

Dienstag, 30.04.2019, 21:28 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 21:38 Uhr
Wachwechsel beim Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland (von links): Karin Eksen (Geschäftsführerin), Stefan Grubendorfer (neuer Vorsitzender), Vorgänger Michael Radau und Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer
Wachwechsel beim Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland (von links): Karin Eksen (Geschäftsführerin), Stefan Grubendorfer (neuer Vorsitzender), Vorgänger Michael Radau und Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer Foto: Gunnar A. Pier

„Ich fühle mich hier total wohl“, schwärmte Grubendorfer, der ein paar Monate Zeit gehabt hatte, sich den Verein anzuschauen, dem er nun vorsteht. Der 45-jährige Kaufmann im Einzelhandel betreibt seit 18 Jahren einen 1 000 Quadratmeter großen Rewe-Supermarkt in Dortmund. Und das offenbar mit kaum nachlassender Begeisterung: „Ich bin morgens um fünf Uhr im Geschäft und putze den Blumenkohl“, gesteht er. „Dann genieße ich die Zeit ohne Telefon.“ Und so bleibt er, obwohl Chef, nah am eigentlichen Geschäft. „Mein Motto: Ich bewege nicht nur Ware, sondern Menschen.“

Jetzt will er als Verbandsfunktionär viel bewirken. Aufgaben gibt es genügend – und sie sind hinlänglich bekannt: Fachkräftemangel, sinkende Passantenfrequenzen, steigende Kosten für Löhne und Energie – und die Konkurrenz aus dem Internet, die dem stationären Einzelhandel zusetzt. Er ist auch Motor der grundsätzlich positiven Entwicklung im Einzelhandel. 2018 ist der Umsatz bundesweit zum neunten Mal in Folge gestiegen, diesmal um 2,3 Prozent. Doch die stationären Händler legten nur um 1,5 Prozent zu, Onliner um 9,7 Prozent.

„Es ist eine fehlerhafte Denke, anzunehmen, dass Einzelhandel etwas Selbstverständliches ist“, warnte der scheidende Vorsitzende Radau . Weil ein funktionierender Einzelhandel aber existenziell sei für vitale Innenstädte, müssten der Handel, aber auch andere Ak­teure wie Verwaltungen und etwa Kulturtreibende an einem Strang ziehen. Kunst, Events und Handel vernetzen – das sei wichtig für die Zukunft. Nur gemeinsam sei es möglich, genügend An­reize zu schaffen, um in die Städte zu gehen.

Die sieht Stefan Grubendorfer noch lange nicht am Ende. „Dass etwa Zalando sich entschieden hat, in Münster einen Outlet zu eröffnen, zeigt doch, wie attraktiv der Standort ist!“ Nun sei es wichtig, auch mit ­jungen Kaufleuten, die sich als Start-up selbstständig machen „und oft ganz anders ticken“, ins Gespräch zu kommen. Diese Kontakte will der neue Verbands-Vorsitzende aktiv knüpfen.

Sein Vorgänger Michael Radau lehnt sich derweil ebenfalls nicht träge zurück. Der Chef der Superbiomarkt-Kette bleibt Präsident des Handelsverbandes NRW und Vizepräsident des Handelsverbands Deutschland. Einige Staffelstäbe hat er also noch in den Händen.

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