Forschungsinstitut Batteriezellen kann starten
„Aber hier wird gehandelt“

Düsseldorf/Münster -

Ungeachtet der politischen Störfeuer aus Baden-Württemberg schafft das Bundesforschungsministerium zügig Fakten: Mit der ersten Fördertranche von 150 Millionen Euro kann die Fraunhofer-Gesellschaft den Aufbau der Forschungsfertigung Batteriezellen (FFB) in Münster konkret umsetzen.

Mittwoch, 30.10.2019, 10:56 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 14:29 Uhr
Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) erklären den Startschuss zur „Forschungsfertigung Batteriezelle“.
Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) erklären den Startschuss zur „Forschungsfertigung Batteriezelle“. Foto: Fabian Strauch/dpa

„Das ist der offizielle Startschuss“, bekräftigte NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Mittwoch in Düsseldorf. Und ihr Wirtschaftskollege Andreas Pinkwart (FDP) spitzte es zu: „Es wird zwar noch etwas nachgetreten, aber hier wird gehandelt.“

Die ersten Batterieforscher haben ihre Büros in einem Technologiezentrum Münster bereits bezogen und können nun den Aufbau der FFB beginnen. Pinkwart zufolge wird die Fraunhofer-Gesellschaft die erste Fördertranche gleich in konkrete Forschungsvorhaben etwa zu neuen Materialen für möglichst nachhaltige Batteriezellen und dazugehörige Lieferketten sowie zum Aufbau der Batteriezellen. Für die einzelnen Forschungsschritte würden nun die Industriepartner gesucht. Zu den Unternehmen, die in Münster forschen wollen, gehören Pinkwart zufolge große Konzerne wie Daimler, Evonik, Ford, Toyota und der Automobilzulieferer AVL. Die Arbeit könne so beginnen, bevor der Gebäudekomplex für die FFB fertig gestellt ist. Am Ende sollen die Ergebnisse nicht nur für Fahrzeuge, sondern ebenso für Industrie, Robotik und auch haushaltsnahe Geräte nützlich werden.

Insgesamt 500 Millionen Euro wird das Bundesforschungsministerium im Rahmen des Dachkonzepts Batterieforschung nach Münster geben. Das Land steuert weitere 200 Millionen Euro dazu, von denen Grundstück und Produktionshallen bezahlt werden, aber auch die Grundfinanzierung mitgetragen wird. Die Pläne, am Standort des Steinkohlekraftwerks Ibbenbüren mit ausgedienten Batteriezellen einen Netzbooster für Stromschwankungen zu testen, werden komplett aus Landesmitteln bezahlt, wie Pfeiffer-Poensgen bestätigte.

Über die weitere Entwicklung des Dachkonzepts wird sie kommende Woche mit ihren Länderkollegen bei Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) beraten. Der Bund will mit weiteren 100 Millionen Euro die anderen Standorte fördern. Den heftigen Protest aus Baden-Württemberg an der Entscheidung, die FFB in Münster und nicht in Ulm umzusetzen, nannte Pfeiffer-Poensgen grenzüberschreitend gegenüber den Forschern. Pinkwart ergänzte: „Die Aufgabe ist mit Blick auf die Klimaschutzziele zu groß und zu wichtig, um sich in regionalen Befindlichkeiten zu verzetteln.“

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