Verwaltungsgericht Münster
„Falsche Syrer“: Abschiebung rechtens - russische Familie musste ausreisen

Rhede/Münster -

Sie kamen aus Russland – behaupteten aber, syrische Staatsangehörige kurdischer Volkszugehörigkeit und jesidischer Religion zu sein: So gelang es einer Familie, als Flüchtlinge anerkannt zu werden und in Rhede unterzukommen. Der Schwindel flog auf.

Mittwoch, 29.01.2020, 21:18 Uhr
Verwaltungsgericht Münster: „Falsche Syrer“: Abschiebung rechtens - russische Familie musste ausreisen
Foto: dpa

Das Verwaltungsgericht Münster bestätigte nun, dass die „falschen Syrer“ nach Russland abgeschoben werden durften.

Nach Angaben des Gerichts kam die Familie im September 2014 nach Deutschland und stellte Asylanträge. Im März 2015 habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihnen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt. Die zuständige Ausländerbehörde meldete acht Monate später, dass es sich vermutlich im Ukrainer handele. So sprachen die vermeintlichen Syrer kein Arabisch und äußerten offenbar „offen gegenüber anderen Asylbewerbern (...), wie einfach es sei, die deutschen Behörden zu täuschen.“ Das BAMF nahm deshalb den Flüchtlingsstatus zurück. Der Kreis Borken forderte die Familie auf, nach Russland auszureisen.

Eilanträge abgelehnt

Dagegen gingen die Bürger der Russischen Föderation unter anderem mit der Begründung vor, der Familienvater habe eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung mit Suizidneigung. Die Eilanträge lehnte das Gericht jedoch ab. So sei das Attest nicht ausreichend, zudem könnten die psychischen Probleme auch in der Heimat behandelt werden.

Das Gericht entschied das nach Angaben von Mittwoch durch Beschlüsse am 6. und 23. Januar. Am Dienstag, 28. Januar 2020, wurde die Familie nach Moskau abgeschoben.

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