Gefängnis-Insassen protestieren
Weder Desinfektion noch Abstand

Beckum -

Hygienevorschriften in Corona-Zeiten einzuhalten - das ist eine Herausforderung für sich. Erst recht, wenn man im Gefängnis sitzt.

Dienstag, 24.03.2020, 18:04 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 15:12 Uhr
WC-Reiniger und Scheuermilch gibt es noch. Aber Desinfektionsmittel sind im Gefängnis in Beckum nicht vorhanden.
WC-Reiniger und Scheuermilch gibt es noch. Aber Desinfektionsmittel sind im Gefängnis in Beckum nicht vorhanden.

Corona ist in aller Munde. Jeder weiß: Man muss Abstand halten, sich oft die Hände waschen und Desinfektionsmittel benutzen. Das würden die 80 Insassen des Gefängnisses in Beckum auch gerne tun. Ihr Problem: Es fehlt an Desinfektionsmitteln – sogar Seife soll Mangelware sein. So schildern es jedenfalls Insassen, die Kontakt zu unserer Zeitung aufgenommen haben. Sie befinden sich in Beckum im offenen Vollzug.

Um eine Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden, wurden Besuche sowie Freigänge und Urlaub untersagt. Jens Seidler ist stellvertretender Leiter der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne, zu der die Außenstelle Beckum gehört. Er bestätigt, dass sich in der Außenstelle kein Desinfektionsmittel befindet. „Das ist gefährlich, weil es sich um entzündbares Material handelt“. Die Insassen, die von der Arbeit zurückkehren, könnten aber ein Desinfektionsmittel benutzen, bevor sie die geschlossenen Räume betreten. Und natürlich stehe Seife zur Verfügung.

Schwierig sei aber die Unterbringung. Abstand zu halten sei in den oftmals noch Zwei-Mann- oder sogar Drei-Mann-Stuben nicht möglich.

Die Insassen wiederum weisen darauf hin, dass die Einhaltung von Hygienevorschriften gar nicht kontrolliert werde.

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