Corona-Ausbruch bei Tönnies
Infektionszahlen im Kreis Warendorf schießen in die Höhe

Kreis Warendorf -

Der Corona-Ausbruch bei Tönnies trifft auch den Kreis Warendorf. 53 Neu-Infektionen im Kreis hängen mit Tönnies zusammen. Eine weitere Steigerung der Fallzahlen wird erwartet

Mittwoch, 17.06.2020, 19:10 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 19:50 Uhr
400 Mitarbeiter des Fleisch-Konzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden positiv auf das Coronavirus getestet.
400 Mitarbeiter des Fleisch-Konzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: David Inderlied/dpa

Der Schreck sitzt tief: 657 Mitarbeiter des Fleisch-Konzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Das trifft auch den Kreis Warendorf. „Denn nach derzeitigen Erkenntnissen leben mindestens 600 der mehr als 6000 Mitarbeiter der Firma Tönnies im Kreis Warendorf“, räumte Landrat Dr. Olaf Gericke ein.

Dabei galt der Kreis Warendorf über Wochen als der Kreis im Münsterland mit den wenigsten Covid-19-Infizierten. Doch jetzt bestätigte das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf Meldungen über insgesamt 53 Neu-infektionen. Sie alle hängen mit Tönnies zusammen. Das Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück hat nun angekündigt, seinen Betrieb zurückfahren zu wollen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen leben mindestens 600 der mehr als 6000 Mitarbeiter der Firma Tönnies im Kreis Warendorf.

Dr. Olaf Gericke

„Wir werden nach Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium NRW alle Tönnies-Mitarbeiter, die bei uns im Kreis Warendorf wohnen, unter Quarantäne stellen. Das gilt solange, bis negative Testergebnisse vorliegen. Zudem sprechen wir für alle Personen, die mit Tönnies-Mitarbeitern zusammenleben, die dringende Empfehlung aus, sich ebenfalls in Quarantäne zu begeben“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Es geht jetzt darum, Infektionsketten zu unterbrechen und eine Ausbreitung des Virus einzudämmen.“

Schulen und Kitas bleiben geöffnet

 Weitere Maßnahmen wie zum Beispiel Schließungen von Schulen oder Kitas seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich. „Doch wir haben das Infektionsgeschehen genau im Blick und stehen dafür im engen Austausch mit dem Nachbarkreis Gütersloh und dem Unternehmen“, betont der Landrat.

Zudem hat der Krisenstab des Kreises Warendorf beschlossen, dass das Gesundheitsamt alle im Kreis lebenden Tönnies-Mitarbeiter testen wird, sofern sie nicht in der aktuellen Testreihe des Kreises Gütersloh im Betrieb abgestrichen wurden oder dort noch getestet werden. Die Teilnahme an den Testungen ist für die Mitarbeiter verpflichtend. „Dafür werden wir andere nicht-anlassbezogene Testreihen vorübergehend zurückstellen müssen“, berichtet Gesundheitsdezernentin Brigitte Klausmeier. Unterstützung erhält das Gesundheitsamt dabei vom DRK und vom MHD.

Alle Tönnies-Mitarbeiter werden getestet

„Die Mitarbeiter der Firma Tönnies im Kreis Warendorf leben insbesondere in Beckum, Beelen, Ennigerloh, Oelde und Wadersloh, aber teilweise auch in anderen Orten“, so Gericke. Der Krisenstab des Kreises Warendorf stellt sich auf weiter steigende Zahlen ein, weil noch nicht alle Ergebnisse vorliegen und noch weitere Mitarbeiter getestet werden. Bereits in den vergangenen Tagen gab es im Kreis Warendorf deutlich mehr Neuinfektionen. Die allermeisten davon hatten direkt oder indirekt mit dem Unternehmen Tönnies zu tun.

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