Loewert hilft bei Rettungsaktion
Expertin päppelt nun Fledermaus auf

Lüdinghausen/Capelle -

Da war – mal wieder – die Expertise von Robert Loewert gefragt. Der Fledermaus-Fachmann konnte jetzt ein Jungtier, das in Capelle gefunden wurde und zu sterben drohte, an eine Gladbeckerin vermitteln, die derzeit gleich mehrere der nachtaktiven Säugetiere aufpäppelt.

Dienstag, 30.06.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 17:22 Uhr
In China gelten Fledermäuse als Glücksbringer. Dieses Jungtier kann sich glücklich schätzen, in gute Hände geraten zu sein.
In China gelten Fledermäuse als Glücksbringer. Dieses Jungtier kann sich glücklich schätzen, in gute Hände geraten zu sein. Foto: privat

Während einer Fledermaus-Rettungsaktion war jetzt die Expertise des Lüdinghausers Reinhard Loewert gefragt. Er engagiert sich seit mehr als 20 Jahren beim NABU-Kreisverband Coesfeld, um die nachtaktiven Säugetiere zu schützen. Und auch im jüngsten Fall konnte er nützliche Tipps geben – gemeinsam mit Gleichgesinnten, die zurate gezogen wurden. In einem Pressebericht schreibt der Steverstädter deshalb: „Dank an alle Beteiligten und Hut ab vor so viel selbstloser Hilfsbereitschaft.“

Was war passiert? Eine Capellerin hatte vor einigen Wochen zwei Fledermäuse auf ihrer Gartenterrasse entdeckt. „Es waren noch Babys“, berichtet Loewert. „Eins der Tiere war tot, das andere kroch hilflos mit seinen winzigen Armen rudernd umher und rief nach seiner Mutter.“ 3,1 Zentimeter groß, mit 2,6 Gramm schwer, noch ohne Fell und von der seltenen Art „Kleine Bartfledermaus“ – beschreibt der Fachmann das Tier, den die Hausbesitzer über www.fledermausschutz.de fanden und um Rat fragten.

Sie ist, wie alle Fledermausschützer, ehrenamtlich tätig, oft sogar auf eigene Kosten, weil es so wenig offizielle Unterstützung gibt.

Reinhard Loewert

„Ganz offensichtlich waren die Jungtiere aus einem Quartier gefallen, das sich im Dach des Hauses befinden musste“, mutmaßte der herbeigeeilte Loewert. Doch da die „Fledermauswohnung“ erst später ein Experte aus Datteln via Ultraschallmessung orten konnte, ließ sich das Jungtier nicht wieder zu seiner Mutter bringen. Deshalb riet er zur Erstversorgung mit Wasser als Notlösung, bis die Muttermilch gebende Fledermaus-Mama gefunden ist. Doch der Versuch, sie mittels einer speziellen Methode anzulocken, scheiterte. Nun gab es zwei Möglichkeiten: Ein Tierarzt hätte das Fledermaus-Baby erlösen können. Oder jemand muss das Tier wochenlang aufpäppeln, bis es allein für sich sorgen kann. Loewert selbst konnte diese Aufgabe krankheitsbedingt nicht übernehmen. Einige Telefonate später hatte er jedoch mit Hannelore Eisenberg eine Fachfrau aus Gladbeck gefunden. „Sie ist, wie alle Fledermausschützer, ehrenamtlich tätig, oft sogar auf eigene Kosten, weil es so wenig offizielle Unterstützung gibt“, erläutert Loewert. Das Jungtier aus Capelle mache sich gut. Mit 17 anderen Pfleglingen werde es großgezogen – und sei putzmunter.

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