Zustände rufen Tierfreunde und Veterinäramt auf den Plan
Katze im Hamsterkäfig gehalten

Lienen -

„Unter katastrophalen Bedingungen“ wurden im Tecklenburger Land auf einem Grundstück Dutzende Katzen gehalten. Als Tierschützer eingriffen, war es teilweise schon zu spät. Zwei Katzenbabys waren in einem so schlechten Zustand, dass sie verendeten.

Samstag, 01.08.2020, 12:46 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 13:12 Uhr
Von „baulichen und hygienischen Mängeln“ schreibt das Veterinäramt
Von „baulichen und hygienischen Mängeln“ schreibt das Veterinäramt Foto: Tierretter.de

„Über 30 Katzen werden auf einem Grundstück im Tecklenburger Land auf grauenvolle Art gehalten. Die Tiere sind dabei in Volieren und Kleintierkäfigen unter katastrophalen Bedingungen untergebracht.“ So beschreibt die Katzenhilfe Lengerich die Zustände, die Mitglieder auf einem Grundstück in Lienen angetroffen haben. Daraufhin sei das Veterinäramt des Kreises Steinfurt informiert worden.

In einer ersten Reaktion habe die Katzenhilfe auf Veranlassung des Veterinäramts zwölf Katzenbabys vom Grundstück geholt und an das Tierheim Lengerich weitergegeben, erläutert Claudia Kliese . Leider seien diese Kitten in einem so schlechten Zustand gewesen, dass zwei verendet seien.

Aufmerksam geworden ist das Veterinäramt nach eigenen Angaben durch eine Tierschutzanzeige, die sich auf die Katzenhaltung im Außengehege bezog. Die Behörde hatte bei einer Überprüfung festgestellt, dass grundsätzlich die Haltung in Außengehegen von der Idee her zu begrüßen sei. Bauliche und hygienische Mängel seien beanstandet worden, dem Halter eine Frist gesetzt worden, um diese zu beseitigen.

Da dieser Mann dem nicht nachgekommen sei, hat das Veterinäramt „ihm Anfang dieser Woche diese Katzen bis zur Herstellung ordnungsgemäßer Haltungsbedingungen fortgenommen“, heißt es in einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung.

Hygienezustand „offensichtlich desolat“

Die Katzenhilfe Lengerich hat sich inzwischen an den Verein Tierretter.de in Münster gewandt, der am 27. Juli Anzeige erstattete. Zu den Volieren heißt es in dem Schreiben, dass der Hygienezustand „offensichtlich desolat“ ist, weder Katzen­toiletten noch Vergleichbares zu finden seien. Frisches Trinkwasser sei nicht zu finden, die für die Wasserversorgung vorgesehenen Stellen „entweder leer oder total verdreckt“. Das gelte auch für die Futterstellen, an denen altes Futter nicht entsorgt werde und anfange zu schimmeln, was für die Katzen „ein erhebliches gesundheitliches Risiko“ darstelle.

Ob der Person eine Strafanzeige droht? Das Veterinäramt kann in eigener Zuständigkeit bei Ordnungswidrigkeiten Bußgelder festsetzen. „Eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft kommt in Frage, wenn Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vorliegen“, heißt es aus Steinfurt.

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