„Zahlungen zur Anerkennung des Leids“
Bistum zahlt Missbrauchsopfern Geld aus Bischofskasse

Münster -

Um die von der der Deutschen Bischofskonferenz beschlossene „Zahlungen zur Anerkennung des Leids“ an Opfer sexualisierter Gewalt leisten zu können, will das Bistum Münster Geldanlagen des Bischöflichen Stuhls in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro veräußern. Das teilte das Generalvikariat am Dienstag mit.

Dienstag, 29.09.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 21:58 Uhr
„Zahlungen zur Anerkennung des Leids“: Bistum zahlt Missbrauchsopfern Geld aus Bischofskasse
Der Dom in Münster Foto: dpa

Der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings , betonte weiter, dass es Bischof Felix Genn ein Anliegen sei, für diese Zahlungen keine Kirchensteuermittel aufzuwenden. Der Bischöfliche Stuhl sei eine eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts und verfüge über ein eigenes Vermögen. „Die Zahlungen zur Anerkennung des Leids werden folglich nicht aus Kirchensteuermitteln erfolgen“, macht Frings deutlich.

Sollten die Mittel von 5,2 Millionen Euro nicht ausreichen, alle Zahlungen zur Anerkennung des Leids zu erfüllen, werde der Bischöfliche Stuhl in Höhe der gegebenenfalls noch bestehenden Deckungslücke vom Bistum ein Darlehen erhalten, das in den kommenden Jahren aus den zu erwartenden Erträgen des Bischöflichen Stuhls zurückgezahlt werde.

Betroffene, die in den vergangenen Jahren beim Bistum Münster einen Antrag auf Anerkennung des Leids gestellt und Zahlungen erhalten haben, sollen im Oktober angeschrieben werden. Sie brauchen sich nicht selbst zu melden, informierte das Bistum.

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