Münsterische Firma Grünspar führt nachhaltigen Onlineshop
„Energiesparen ist sexy“

Münster -

Angefangen hat Sebastian Kotzwander mit seiner Firma ganz klein, auf ei­nem Dachboden. Danach folgte für acht Monate tatsächlich eine Garage. Seit Anfang des Jahres sitzt Grünspar mitten in Münsters City, in bester Einkaufslage. Doch auch hier wird es bei 14 festen Mitarbeitern, zehn Studenten und dem einen oder anderen Praktikanten auf 150 Quadratmetern zu eng.

Freitag, 05.10.2012, 17:10 Uhr aktualisiert: 10.10.2012, 14:47 Uhr
Münsterische Firma Grünspar führt nachhaltigen Onlineshop  : „Energiesparen ist sexy“
Sebastian Kotzwander mit einer Berechnung, die das Einsparpotenzial von LED-Lampen darstellt. Foto: Jürgen Peperhowe

Physiker, Chemiker und Ingenieure arbeiten bei Grünspar , alle jung und mehr oder weniger frisch von der Hochschule. Volks- und Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsjuristen, Informatiker und Juristen, sie alle verbindet diese eine Idee. Etwas Sinnvolles zu leisten für die Gesellschaft, Umweltthemen voranzubringen. „Wir brennen dafür“, erklärt Geschäftsführer Kotzwander , der dazu auch Bachelor- und Masterarbeiten mit der Uni und der FH Münster anbietet. Der 30-Jährige trägt lässig Sakko zu Jeans und Turnschuhen und wirkt, als stünde er unter (Öko-)Strom. Mit schnellen Worten bringt er seine Mission auf den Punkt: „Wir haben Bock, was zu bewegen, Energiesparen sexy zu machen.“

Online-Shops für Energie-Versorger

Grünspar arbeitet bundesweit und in Österreich eng mit Energieversorgern zusammen. Für die Stadtwerke Hamburg, Karlsruhe, Rostock und Münster betreibt die Firma je einen eigenen Online-Shop, kümmert sich um Service, Einkauf und Versand. „Die Versorger helfen so ihren Kunden, die EU-Effizienzrichtlinien umzusetzen“, erläutert Geschäftsführer Sebastian Kotzwander. Dass Grünspar damit eine Nische gefunden hat, liegt daran, dass Versorger wie die Stadtwerke „keine eigenen Online-Marketing-Experten haben und Leute wie uns brauchen für das E-Commerce. Das ist ja nicht deren Kerngeschäft.“ Um da weiter präsent zu sein, will Grünspar sein Team ausbauen und sucht junge Talente aus den unterschiedlichsten Bereichen. | www. gruenspar.de/jobs

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Ob LED- und Energiesparlampen, Duschuhren und Sparvorrichtungen für Toiletten und Wasserhähne: Einfach gesagt, bietet Grünspar seinen Kunden die Möglichkeit, Heizkosten zu senken, Wasser und Strom zu sparen und Ressourcen zu schonen. Über einen Onlineshop vertreibt die Firma alles von der Türdichtung über den Thermostat und unterschiedliche Akkus bis hin zu Solargeräten. Ja, sogar E-Bikes. Doch was genau ist daran sexy? Kotzwander greift hinter sich in den Schrank. „Ich persönlich finde dieses Solarlicht cool: Das tankt den ganzen Tag Sonne, wenn man es auf die Fensterbank stellt.“ Sobald es dunkel sei, gebe es ein stimmungsvolles Licht von sich. Viele Leute verbänden Energiesparen mit dem Gedanken an Verzicht. In Wirklichkeit mache es das Leben komfortabler.

Mit jener App fürs iPhone etwa, die die entsprechenden Vorrichtungen im Haus automatisiere. „Die schaltet die Heizung morgens aus und abends wieder ein – man hat nicht den Tag durchgeheizt und spart Geld.“ Ein Renner für den Sommer sei das solarbetriebene Soundsystem fürs iPhone. „Da sitze ich am Strand und höre Musik über Lautsprecher, ohne Strom.“ Begehrt seien Energiesparboxen, die Firmen zu Weihnachten an ihre Mitarbeiter verschenkten. Durchflussbegrenzer für Wasserhähne und Stand-by-Killer zwischen Gerät und Steckdose im Wert von 20 Euro hülfen übers Jahr, 150 Euro zu sparen. So etwas begeistert Kotzwander und sein Team, das in den Grünspar-Räumen eng an eng sitzt. IT-Fachleute arbeiten an der Weiterentwicklung des Auftritts. Andere kümmern sich um Marketing und Einkauf.

Eine junge Frau hat ein Headset auf und nimmt Anrufe entgegen. Ein Mini-Callcenter. Kotzwander grinst. „Ja, das lagern wir bald aus.“ Der Tag kann gar nicht genug Stunden haben für den Wirtschaftsinformatiker, der nur so sprüht vor Visionen. Eine Marke habe er kreieren wollen, sagt er, die wegführt vom Image: Dass man „Latschen tragen und lange Haare haben“ müsse, um etwas für die Umwelt zu tun. In zehn Jahren, sagt er, werde Grünspar in jeder deutschen Stadt sein und Online-Business in ganz Europa betreiben. Womöglich gebe es Elektroautos, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke im Sortiment. „Und in Münster steht unser großes, autarkes Grünspar-Haupthaus.“  |  www.gruenspar.de

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