Die 15 besten Weihnachtslieder
Piemont-Kirsche, Spekulatius und Orangenfüllung

Alle Jahre wieder gibt es ab September Lebkuchen, Dominosteine und überhaupt vieles, was mit Weihnachten assoziiert werden darf. Und auch nur dann wird man mit Artikeln gequält, die mit „Alle Jahre wieder“ beginnen. Dieser hier bildet da keine Ausnahme, enthält dafür aber ein paar Zeilen über Weihnachtslieder und eine subjektive Liste der besten von ihnen.

Die 15 besten Weihnachtslieder: Piemont-Kirsche, Spekulatius und Orangenfüllung
Alle Jahre wieder freuen wir uns auf Weihnachtslieder. Foto: colourbox.de

Das Besondere an Weihnachtsliedern ist, dass wir uns trotzdem jedes Jahr auf sie freuen (es vielleicht aber nicht zugeben, weil es peinlich ist, wenn wir uns outen, sentimental zu sein). Und wir erlauben ihnen, trotz der Kommerzialisierung durch Pop und Rock, in unsere bunt geschmückten Weihnachtswohnräume vorzudringen.


Früher war mehr Lametta!

wusste schon Opa Hoppenstedt alias Loriot

Früher waren Weihnachtslieder auch nicht omnipräsent und schallten aus allen Kaufhausboxen. Weihnachts- und Adventslieder haben einen kirchlichen Hintergrund, einen liturgischen Bezug und werden im Gottesdienst gesungen - oder werden unterm Weihnachtsbaum von der Familie zusammen gesungen. Man stelle sich vor, die Familie käme zusammen und sänge „Run Rudolph Run“ in der Version von Chuck Berry, während die fünfjährige Tochter den Part der E-Gitarre auf der Blockflöte bliese. Eher unwahrscheinlich.

Dennoch scheinen die Radiostationen dieser Welt einen Wettstreit zu führen, wer als erste Wham über den Äther schickt. „Last Christmas“ ist die Piermont-Kirsche unter den Weihnachtsliedern, Bing Crosbys „White Christmas“ der Spekulatius. Maik Brüggemeyer , Redakteur bei der deutschen Ausgabe der Musikzeitschrift „Rolling Stone“, weiß, warum gerade diese beiden Lieder so gerne gehört werden:
„'Last Christmas' und 'White Christmas' funktionieren so gut, weil sie die Wehmut einfangen, die uns alle unterm Weihnachtsbaum ereilt. Das Jahr ist rum, die Vergänglichkeit weht uns an, die alten Lieben (Wham) und die Kindheit (Crosby) sind verloren.“

Das Besondere an Weihnachtsliedern ist, dass wir uns trotzdem jedes Jahr auf sie freuen (es vielleicht aber nicht zugeben, weil es peinlich ist, wenn wir uns outen, sentimental zu sein). Und wir erlauben ihnen, trotz der Kommerzialisierung durch Pop und Rock, in unsere bunt geschmückten Weihnachtswohnräume vorzudringen. Denn wir lieben auch die Gewohnheit mindestens so sehr wie die kirchliche Liturgie.
Dabei sind Weihnachtslieder heutzutage gar nicht so einfach zu schreiben, wie Maik Brüggemeyer weiß, weil sie zugleich affirmativ und anders sein müssen: "Man muss das Konservative und das Modische, die christliche Tradition und das Freiheitsversprechen des Pop unter einen Hut bringen, die Sentimentalität und den Kitsch einfangen und sie zugleich brechen, ohne sich aber dabei der Ironie zu bedienen. Viele Musiker lösen diesen Widerspruch auf, indem sie entweder über Kindheitserinnerungen oder übers Wetter singen. Wenn sie gut sind, tun sie das mit einer bittersüßen Melancholie (Lebkuchen schmecken ja auch mit Orangenfüllung am besten)."

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