Medizinische Mythen
Ist Schielen wirklich schädlich?

Münster -

Von seiner Oma hat Stefan Werding früher immer zu hören bekommen, dass er besser aufhören sollte zu schielen. "Davon bleiben deine Augen stehen", mahnte sie. Deswegen hat unser Redakteur Dr. Ulrike Grenzebach, leitende Oberärztin der UKM-Augenklinik, gefragt, ob sie schon mal jemanden mit stehen gebliebenen Augen gesehen hätte.

Mittwoch, 28.02.2018, 16:02 Uhr

Medizinische Mythen: Ist Schielen wirklich schädlich?
Foto: colourbox.de

Dr. Ulrike Grenzebach: Nein, noch nie. Das sagen Erwachsene doch immer, wenn Kinder auf die Nasenspitzen schauen. Das ist nicht schädlich. Alle Kinder probieren das aus. Auch vor Schreck bleiben Augen natürlich nicht stehen. Ich wundere mich, wie viele Patienten fragen, ob ich bei der Operation das Auge herausnehme.

Und?

Grenzebach: Natürlich nicht. Es ist ja mit dem Sehnerv fest mit dem Kopf verbunden.

Welche Gründe gibt es denn wirklich fürs Schielen?

Grenzebach: Wir kennen zwei Schielformen: Beim "Begleitschielen" weicht das nicht fixierende Auge ab, beim Lähmungsschielen ist der Nerv gelähmt, der den Augenmuskel versorgt. Dadurch fällt der Muskel aus, und das Auge bewegt sich nur wenig oder in bestimmten Blickrichtungen gar nicht. Grund für die Lähmung kann ein Schlaganfall, ein Tumor oder ein Sturz sein. Reiter sind da immer sehr gefährdet. Oder Motorradfahrer.

Wie gut können Sie schielenden Kindern heute helfen?

Grenzebach: Helfen können wir sicherlich in jedem Fall - allerdings lässt sich nicht jedes Schielen vollständig beseitigen. Wir können darauf hinwirken, dass Kinder zwei gesunde Augen haben, auch wenn sie nicht perfekt zusammenarbeiten. Das Sehvermögen bei Kindern ist beeinflussbar - im positiven wie auch im negativen Sinne.

Dr. Ulrike Grenzebach, leitende Oberärztin der UKM-Augenklinik

Dr. Ulrike Grenzebach, leitende Oberärztin der UKM-Augenklinik Foto: UKM

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