NRW
Reform beschert Allgemeinmedizinern vier Prozent mehr Einkommen

Donnerstag, 02.04.2009, 21:04 Uhr

Dortmund /Münster - Hausärzte sind nach Angaben der AOK Westfalen-Lippe die Gewinner der Honorar-Reform, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. „Wir gehen davon aus, dass das Einkommen der Hausärzte in NRW im ersten Quartal durchschnittlich um drei bis vier Prozent steigen wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK-Westfalen-Lippe, Martin Litsch , Donnerstag in Dortmund.

Verlierer der Reform sind danach die Fachärzte. Orthopäden oder Neu­ro­chirurgen müssten mit Einbußen von bis zu 17 Prozent rechnen. Vor zwei Tagen ist das erste Abrechnungs-Quartal für 2009 zu Ende gegangen.

Die Einführung der neuen Honorar-Ordnung am 1. Januar hatte vor allem in NRW die Ärzte in Scharen auf die Straße getrieben. Ihr Protest richtete sich in erster Linie gegen die neue Pauschale von 32,43 Euro, die sie pro Patient und Quartal bekommen. Die Mediziner befürchteten teilweise drastische Einkommensverluste. Ih­re Forderung darum: Rauf mit der Pauschale. Angesichts der jetzt vorgelegten Zahlen dürften die Unkenrufe zumindest aus den Hausarzt-Praxen verstummen.

Um die Krankenkassen finanziell zu entlasten und die Beiträge stabil zu halten, hat ein Expertengremium gestern in Berlin vorgeschlagen, die Patienten mehr in die Pflicht zu nehmen. Demnach sollen die Kassen künftig nur noch die Grundversorgung bezahlen, Zusatzleistungen gingen dann komplett zulasten der Versicherten. Die Pläne haben aber offenbar wenig Chancen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt äußerte sich kritisch dazu. „Es gibt immer wieder Vorschläge“, sagte sie in Berlin. „Man muss sie jedoch nicht alle umsetzen.“

Wenngleich die Kassenärztlichen Vereinigungen die Reform als wichtig und richtig begrüßt haben, kritisiert die KV Westfalen-Lippe die regional unterschiedlichen Höhen der Pauschalen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Arzt in Münster als Basis-Honorar 32,43 Eu­ro erhält, während sein Kollege im niedersächsischen Osnabrück für die gleiche Leistung 44,39 Eu­ro erhält“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Thamer.

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