NRW
„Liebes Christkind, sind deine Locken echt?“

Montag, 21.12.2009, 20:12 Uhr

Engelskirchen /Bonn - Endspurt in der Christkind-Postfiliale in Engelskirchen: 145 000 Briefe hat das Christkind im Oberbergischen Kreis seit Mitte November schon erhalten. Seine zwölf Helfer rechnen bis Heiligabend mit über 150 000 liebevoll gestalteten Briefen. Damit wurde die Zahl aus dem vergangenen Jahr bereits jetzt überschritten. 145 000 Briefe kamen vergangenes Jahr an. „Wer heute schreibt, erhält noch vor dem Fest eine Antwort“, versicherte Postamt-Sprecherin Britta Töllner . Wichtiger Hinweis: Alle, die Post ins Bergische Land schicken, sollten den Absender nicht vergessen!

Die meisten Schreiber sind zwischen fünf und zwölf Jahren alt, aber auch Erwachsene schicken Briefe. „Eine 90-Jährige hat dem Christkind Socken gestrickt, damit es nicht frieren muss. Da war die Freude und das Staunen hier bei uns schon sehr groß“, erzählt Töllner weiter.

Ganz andere Vorstellungen hat die kleine Marie aus Wuppertal: Sie wünscht sich Geschwister - aber nur, „wenn sie nicht schreien, sonst kannst du sie direkt wieder mitnehmen.“ Luisa hätte gern einen „ganzen Speicher voll Gold, so wie Dagobert Duck aus Entenhausen. Nico zeigt sich etwas bescheidener in seinen Wünschen: Er möchte eine Salami-Pizza unterm Tannenbaum liegen haben und diese dann essen.

Laut Töllner gibt es auch einen nicht-materiellen Trend: „Ganz viel Schnee, dass die eigene Oma endlich wieder gesund wird und aus dem Krankenhaus kommt. Oder der entflogene Wellensittich soll so schnell wie möglich wiederkommen“, nennt die Christkind-Sprecherin als Beispiele.

Doch nicht nur Deutsche schicken ihren Wunschzettel nach Engelskirchen: Sogar Briefe aus Äthiopien, Brasilien, Japan und Malaysia erreichten den Briefkasten in Engelskirchen. „Wenn ein Kind aus Brasilien schreibt, dass es hofft, immer genug zu Essen zu haben, muss man beim Lesen schon ganz kräftig schlucken“, sagt Töllner. Gerade dann müsse eine ganz persönliche Antwort her.

Das Christkind muss auch viele Fragen beantworten, wie „Auf welcher Wolke fliegst du?“ oder „Sind deine Locken echt? Ich hätte gern eine.“

Die Wunschbrief-Aktion der Post hat eine lange Tradition: Das Postamt gibt es bereits seit dem Jahr 1985. Damals wurde ein Brief nur mit der Aufschrift „An das Christkind“ in einem Engelskirchener Briefkasten gefunden. Eine Mitarbeiterin nahm sich der Sache an, seitdem steigt die Zahl der Briefe kontinuierlich an. Und noch eines zeigt das hohe Interesse: Briefe-Schreiben ist im Zeitalter von Handys und E-Mails eben doch noch nicht „out“.

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