Kirchen werben für Rückbesinnung
„Ostern ist kein Hasenfest“

Donnerstag, 21.04.2011, 13:04 Uhr

Münster - Das höchste christliche Fest, das Osterfest, steht vor der Tür. Doch für sechs von zehn Deutschen hat Ostern keine religiöse Bedeutung mehr. Dies ergibt eine Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov. Während an Weihnachten die Kirchen gut gefüllt sind, werden 62 Prozent der Deutschen an den Feiertagen zum christlichen Gedenken an die Auferstehung Jesu keinen Gottesdienst besuchen.

Wird Ostern wie Weihnachten demnächst sogar ein reines Geschenkefest? Jeder Dritte findet allerdings das Verteilen von Geschenken zu Ostern als unpassend. Doch der Handel hat das Osterfest längst für Werbeinitiativen entdeckt. Dies führte jetzt zu Auseinandersetzungen zwischen Kirchenvertretern und der Buchhandelskette Thalia . Diese warb in ihren Filialen - so auch in Münster - mit dem Slogan „Die schönsten Geschenke fürs Hasenfest “. „Das ist nicht das Hasenfest, das ist das Osterfest“, hieß es in vielen Protesten aus der katholischen wie evangelischen Kirche. Schlagfertig reagierte des Bistum Essen auf seiner Internetseite: Dann könne man ja Weihnachten auch gleich in „Ochs- und Eselfest“ umbenennen, hieß es. Der Protest schlug durch. Thalia-Sprecherin Mirjam Berle entschuldigte sich: Thalia habe keinesfalls die Bedeutung des christlichen Hochfestes schmälern wollen. Fürs nächste Jahr wurde Besserung gelobt.

„All jene, für die Weihnachten nur noch bloßes Geschenke-Event ist, die Christi Himmelfahrt zum Vatertag umwidmen und die jetzt Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, als Hasenfest apostrophieren, banalisieren und marginalisieren damit hohe christliche Feste“, meint Karl Hagemann, Pressesprecher des Bistums Münster. Natürlich müssten auch die Kirchen den Menschen erklären, was es mit hohen Feiertagen auf sich habe: „Sonst droht den gesetzlich geschützten kirchlichen Feiertagen irgendwann dasselbe Schicksal wie damals dem Buß- und Bettag.“ Für Feiertage müsse man sich aktiv einsetzen, um sie zu erhalten, sagt Hagemann: „Sonst wird schnell alles gleich gültig und am Ende gleichgültig.“

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