Minister-Erlass
Umstrittene Gasfördermethode Fracking bleibt in NRW vorerst tabu

Dienstag, 22.11.2011, 00:11 Uhr

Düsseldorf/Arnsberg - Für die Suche nach gebundenem Erdgas darf die umstrittene Methode des Fracking bis auf weiteres in NRW nicht angewendet werden. Mit einem entsprechenden Erlass haben Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger und Umweltminister Johannes Remmel die politischen Ankündigungen umgesetzt und damit zunächst rechtliche Klarheit geschaffen. Bis ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten über die Auswirkung des Fracking vorliegt, dürfen auch keine Probebohrungen zur Erkundung der Erdgasvorkommen durchgeführt werden. Der unserer Redaktion vorliegende Erlass verbietet auch alle Bohrungen, die später für Frac-Maßnahmen genutzt werden könnten. Voigtsberger und Remmel schließen in das Verbot auch Geothermiebohrungen ein, die tiefer als 1000 Meter gehen und ebenfalls auf die umstrittene Technologie setzen. Einige Ausnahmen machen die Minister in ihrem Erlass: Bohrungen zur geologischen Erkundung darf die Arnsberger Behörde nur genehmigen, wenn die Antragsteller den grundsätzlichen Verzicht auf jegliche Frac-Maßnahme erklären. Êrlaubt bleibt auch die Gewinnung von Grubengas, bei der das Gestein nicht hydraulisch aufgebrochen wird. Beim umstrittenen Fracking wird das gebundene Gas mittels eines giftigen Chemiegemischs aus dem Gestein gelöst. Die bisher völlig unklaren Umweltrisiken insbesondere fürs Trinkwasser lässt die Landesregierung durch ein Gutachten klären. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat ein dazu eine weitere Studie in Auftrag gegeben. Bis gesicherte Erkenntnisse über die Umwelteinwirkungen durch Fracking vorliegen, gilt in NRW nun Remmels Erlass. Derweil wird in Niedersachsen weiter Erdgas gefördert, die regierende CDU/FDP-Koalition will Umweltauflagen für das Fracking verhindern.

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