Laumann stützt Wulff
CDU-Fraktionschef fordert Ende der Debatte / SPD-Chef Gabriel widerspricht Nahles

Berlin/Münster -

Die Debatte findet kein Ende: Auch am Wochenende wird heftig über die Zukunft von Bundespräsident Christian Wulff (CDU) debattiert. Der Chef der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Karl-Josef Laumann, sprach Wulff sein Vertrauen aus. „Man soll den Bundespräsidenten jetzt in Ruhe seine Arbeit machen lassen“, sagte Laumann unserer Zeitung. „Ich kenne Christian Wulff schon sehr lange. Er hat ja keine Straftat begangen und wird, wenn nichts Neues dazu kommt, ein guter Bundespräsident.“

Sonntag, 08.01.2012, 14:22 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 08.01.2012, 14:22 Uhr

Derweil treten die Gegensätze zwischen SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Generalsekretärin Andrea Nahles auch in der Frage des Umgangs mit Wulff offen zu tage. Gabriel sieht im Gegensatz zu Nahles bei einem Rücktritt des Bundespräsidenten keinen Grund zu Neuwahlen. „Wenn er zurücktreten sollte, würde die SPD nicht versuchen, daraus parteitaktische Vorteile zu ziehen“, sagte Gabriel der FAZ (Montag). Er widersprach damit Nahles, die für diesen Fall ausdrücklich ein Vorziehen der Bundestagswahl gefordert hatte. Berichte über ein gestörtes Verhältnis zwischen den beiden hatte die SPD zuletzt Anfang Januar dementieren müssen. Gabriel bot Angela Merkel an, im Fall eines Rücktritts von Wulff gemeinsam eine geeignete Persönlichkeit für die Nachfolge zu benennen.

Die CDU wies dies zurück. „Es gibt keinen Grund, über die Neuwahl des Bundespräsidenten nachzudenken.“ Bundespräsident Wulff hatte in der vergangenen Woche Fehler im Umgang mit einem Kredit für sein Privathaus eingeräumt. Auch für seine versuchte Einflussnahme der Berichterstattung einzelner Zeitungen des Springer-Konzerns hatte er sich entschuldigt. In einer internen Ansprache vor Mitarbeitern des Bundespräsidialamtes hatte Wulff bereits am Freitag seinen Wille bekräftigt, nicht zurückzutreten. „Das Stahlgewitter“ sei bald vorbei, hatte Wulff nach unbestätigten Berichten gesagt. Medienberichte, nach denen die Vorsitzenden von CDU, CSU und FDP sich bereits auf ein Verfahren für die Wahl eines Nachfolgers verständigt hätten, wurden in Berlin dementiert.

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