Sauerland muss gehen
Klares Votum gegen den Duisburger Oberbürgermeister bei Abwahlverfahren

Duisburg -

Mit einem überwältigenden Votum haben die Duisburger ihren Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgewählt. Das Ergebnis von 85,76 Prozent der Stimmen fiel deutlich höher aus als es die Vertreter des Abwahl-Bündnisses erhofft hatten. Exakt 129 833 Wähler sprachen sich für die Abwahl des CDU-Oberbürgermeisters aus, der wegen seines Verhaltens nach der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten und 500 Verletzten in die Kritik geraten war. Damit wurde das notwendige Limit von knapp 92 000 Stimmen klar übertroffen.

Sonntag, 12.02.2012, 20:43 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.02.2012, 20:14 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 12.02.2012, 20:43 Uhr
Sauerland muss gehen : Klares Votum gegen den Duisburger Oberbürgermeister bei Abwahlverfahren
Der abgewählte Oberbürgermeister Adolf Sauerland verlässt am Sonntag (12.02.2012) nach einer kurzen Ansprache eine Bühne im Rathaus in Duisburg. Foto: dpa

„Es gibt ein eindeutiges Ergebnis, das ist nicht mehr zu interpretieren“, sagte Innenminister Ralf Jäger , der zugleich Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Duisburg ist. Bereits heute werde er Gespräche mit Grünen, FDP und auch der Initiative „Neuanfang für Duisburg“ führen. „Wir wollen herausfinden, ob wir uns auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können.“

Der Sprecher der Initiative, Theo Steegmann, meinte über das eindeutige Ergebnis: „Jetzt kehrt etwas Frieden in die Stadt ein“. Die Stadt könne nun zur Sachpolitik zurück kehren. Sauerland selbst äußerte sich zunächst nicht zu seiner Abwahl. Er hatte bis zuletzt einen Rücktritt aus politischer Verantwortung für Loveparade-Tragödie abgelehnt.

Ein Bündnis aus Bürgern, SPD , Grünen, Linken und Gewerkschaften hatte darum seine die Abwahl angestrengt. Binnen sechs Monaten muss die Bezirksregierung in Düsseldorf einen neuen Wahltermin festlegen. Um auch eine mögliche Stichwahl noch vor den Sommerferien zu ermöglichen, gilt der 17. Juni als wahrscheinlich, zwei Wochen später am 1. Juli könnte die Stichwahl stattfinden.

Die Sauerland-Gegner feierten ihren Erfolg mit lautem Jubel. Nur 21 557 Duisburger stimmten für Sauerlands Verbleib im Amt. Die CDU hatte dazu aufgerufen, nicht zur Wahl zu gehen, um das Quorum zu verhindern.

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