Sinkende Umfragewerte und Führungsstreit belasten Wahlkampf / Neues Ministerium?
Nervosität bei den Grünen

Düsseldorf -

Die anstehende Landtagswahl sorgt innerhalb der Parteien und in den Ministerien für wachsende Unruhe. Vor allem die Grünen haben Sorge, nicht mehr für eine mögliche neue Landesregierung gebraucht zu werden. Hintergrund sind sinkende Umfragewerte für die Partei im Bund – und die Pläne der SPD, ihren Wahlkampf eindeutig auf das Zugpferd Hannelore Kraft zuschneiden zu wollen.

Montag, 19.03.2012, 18:03 Uhr

Sinkende Umfragewerte und Führungsstreit belasten Wahlkampf / Neues Ministerium? : Nervosität bei den Grünen
Nach dem vorzeitigen Ende der rot-grünen Minderheitsregierung in NRW muss sich der Landtag neu aufstellen. Foto: dpa

Offiziell will sich niemand von der Grünen-Parteispitze äußern. Doch hinter den Kulissen fürchtet die Partei, Wähler an die Piratenpartei abgeben zu müssen. Dazu kommen die Führungsquerelen innerhalb der Bundespartei. Dort sollen die Mitglieder über ihre Spitzenkandidaten entscheiden. Im Rennen sind neben Fraktionschef Jürgen Trittin noch Claudia Roth und Cem Özdemir. „Zudem ist nicht absehbar, wie sich die FDP unter ihrem neuen Spitzenkandidaten Christian Lindner entwickeln wird“, sagt ein Parteikenner.

Schon kurz nach dessen Nominierung überraschte die Grünen-Landesvorsitzende Monika Düker mit heftigen Anwürfen an die Adresse des Liberalen – ein Zeichen von Nervosität. Auch die anhaltend guten Umfragewerte für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dürften die Grünen in NRW nicht nur freuen. „Den Grünen sitzt die Wahl von Hamburg noch in den Knochen“, sagt ein Wahlkampfstratege. Dort kann SPD-Bürgermeister Olaf Scholz mit 48,6 Prozent der Stimmen in einer Fünf-Parteien-Bürgerschaft ohne die GAL regieren.

Konkrete Auswirkungen dürfte die Neuwahl auch auf den Zuschnitt der Ministerien haben. Der CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen will ein eigenes Energieministerium schaffen. Auch die Grünen setzen sich dafür ein, das zusammengelegte Wirtschafts- und Verkehrsministerium wieder zu trennen. Nach ihren Vorstellungen soll der bisherige Staatssekretär Horst Becker (Grüne) das Verkehrsressort übernehmen. Es mehren sich die Hinweise, dass die Tage von Guntram Schneider ( SPD ) an der Spitze des Arbeits- und Sozialministeriums gezählt sein dürften.

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