570 Aussteller machen beim Caravan-Salon Geschmack auf rollende Eigenheime
Für die schönste Zeit des Jahres

Düsseldorf -

Auch im Reisemobilmarkt spiegelt sich die europäische Finanzkrise derzeit eins zu eins. Während die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2012 stärker als zuvor angenommen gestiegen ist, brach der südeuropäische Markt ein. Dennoch kann die export-orientierte deutsche Branche zufrieden sein. „Der Gesamtumsatz lag im vergangenen Jahr bei 3,37 Mrd. € , das ist ein Plus von 9,5 Prozent“, sagte der Präsident des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), Klaus Förtsch, gestern im Vorfeld des Caravan-Salons in Düsseldorf.

Freitag, 24.08.2012, 18:08 Uhr

570 Aussteller machen beim Caravan-Salon Geschmack auf rollende Eigenheime : Für die schönste Zeit des Jahres
Luxus pur: Sei es im 1,2 Mio. €  teuren Reisemobil des Herstellers Variomobil, bei dem die Garage dazugehört, oder im Grand Panorama von Bürstner (o.r.) für 120 000 € . Das Sassenberger Unternehmen LMC setzt vor allem auf leichte Bauweisen für sportliche Reisende (u.r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Nach wie vor gilt: Reisemobile sind angesagt: „Keiner hätte gedacht, dass es derart schnell wieder aufwärts geht“, erklärte Förtsch . Im Zeichen der Krise habe vor einigen Jahren noch eine Kaufzurückhaltung vorgeherrscht. Nun bestehe bei vielen Kunden anscheinend ein Nachholbedarf.

Die weltweit größte Caravan-Messe

Mit mehr als 1800 Freizeitfahrzeugen in den Düsseldorfer Messehallen geht die weltgrößte Caravan-Messe am heutigen Samstag an den Start. Bis  zum 2. September werden mehr als 160 000 Besucher erwartet. Mit rund 570 Ausstellern aus 25 Nationen sind die Messehallen ausgebucht. Gezeigt werden Caravans und Reisemobile vom Einsteigermodell für knapp 10 000 Euro bis zum Luxus-Mobil mit eigener Sportwagen-Garage für mehr als 1,5 Millionen Euro. Daneben sind Zelte und Zubehörteile im Angebot. Der Caravan-Salon ist jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet für Erwachsene 13 Euro, das Zwei-Tages-Ticket 20 Euro. Kinder, Schüler und Studierende zahlen ei­nen ermäßigten Eintrittspreis. | www.caravan-salon.de

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Dabei machen sich vor allem drei Trends bemerkbar. Einen deutlichen Nachfrageanstieg erlebt die Branche derzeit bei kompakten Reisemobilen, deren Ausmaße oftmals jene von Vans nicht übersteigen. „Viele Kunden nutzen solche Fahrzeuge inzwischen auch im normalen Alltag, fahren damit ins Büro oder zum Einkaufen“, betonte der Präsident der European Caravan Federation (ECF), Hans-Karl-Sternberg. Doch auch dieser Luxus hat seine Preis: Auch für ein kleineres Eigenheim auf Rädern muss der Kunde schnell deutlich mehr als 40 000 €  auf den Tisch legen.

Kompakt ist das eine, luxuriöser und dennoch leichter sind die anderen Tendenzen. „Ledersitze, ei­ne atmosphärische Beleuchtung, große Badezimmer sowie riesige Betten sollen die Generation 50 plus ansprechen“, erklärte der Marketing-Chef der Hobby-Wohnwagenwerke, Thomas Neubert . Die dank neuer Technologie mögliche Leichtbauweise „reduziert den Spritverbrauch und erhöht zugleich die Zuladung“, sagte Judith Hüsemann vom Hersteller LMC aus Sassenberg. Letzteres sei vor allem für sportlich orientierte Camper wichtig, jene, die mit Surfbrettern, Kanus oder Fahrrädern unterwegs seien. Offenkundig wird beim Gang durch die Messehallen noch etwas anderes: Der gute alte Wohnwagen tritt immer mehr in den Hintergrund. In die ersten Reihen haben die Hersteller in Düsseldorf ihre Wohnmobile gestellt. Wen wundert‘s: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stiegen in Deutschland die Zulassungszahlen bei Caravans um maue 1,8 Prozent, bei den Reisemobilen lag das Plus bei 12,3 Prozent.

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