Neonazi-Razzia
Polizei durchsuchte Wohnungen von Rechtsextremen in Münster und Ahlen

Münster/Ahlen -

Im Zusammenhang mit den Razzien gegen Rechtsextremisten in Nordrhein-Westfalen hat es in den Morgenstunden auch Durchsuchungen in Münster gegeben. Insgesamt durchsuchten mehr als 900 Polizisten zeitgleich 146 Wohungen.

Freitag, 24.08.2012, 05:08 Uhr

Außer dem Vermögen und dem Besitz der Vereine beschlagnahmten sie unter anderem Schusswaffen, Schlagringe, Teleskopschlagstöcke, Springmesser, Baseballschläger, ein Morgenstern und eine Zwille. Zudem fanden die Beamten rund 1000 Plakate der rechtsextremistischen NPD . „Dies macht deutlich, wie eng die Verflechtungen innerhalb dieser Szene sind“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger . Ab sofort verbiete er den Vereinsmitgliedern jede Vereinstätigkeit und Bildung von Ersatzorganisationen.

Bei dem Verbot und den Durchsuchungsaktionen handelt sich um den wohl größten Schlag gegen Neonazis in dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Die Beamten durchforsteten Wohnungen und Vereinsräume in Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Hamm, im Kreis Unna, in Münster, Bielefeld, Schwerte, Lünen und im Großraum Aachen.

Neonazi-Razzien in NRW erfolgreich

Die drei heute verbotenen Vereinigungen „Nationaler Widerstand Dort­mund“, „Kameradschaft Hamm“ und „ Kameradschaft Aachener Land “, hätten die Menschen in ihrem Umfeld mit ihrem Auftreten und Gewalttaten eingeschüchtert. „Wir lassen es nicht zu, dass diese geisti­gen Brandstifter sich hier mit ihren menschenverachtenden Parolen und ihrer faschistischen Propaganda breit machen. Deshalb habe ich sie verboten und ihre Strukturen zerschlagen“, machte Jäger deutlich. Festnahmen gab es zunächst keine.

Bei der Polizei in Aachen hieß es am Vormittag, die Aktionen seien „größtenteils und erfolgreich abgeschlossen“. Es seien viele Beweismittel sichergestellt worden. Der bislang „umfangreichste Schlag gegen Rechtsextreme“ in der Region sei gelungen. Ein Sprecher bezeichnete die „Kameradschaft Aachener Land“ als Gruppierung mit einem „eindeutig rechtsextrem ausgeprägten Spektrum“. Auch die Dortmunder Polizei sprach vom bisher „umfangreichsten Schlag gegen Rechtsextremisten“. Die Aktionen dauerten dort am Mittag noch an. Auch Gefängniszellen seien durchsucht worden.

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