Novum Islamunterricht
Ferienende für 2,7 Millionen Schüler in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach sechseinhalb Wochen Ferien beginnt an diesem Mittwoch an den meisten der über 6300 allgemeinbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen wieder der Unterricht. In Monheim, Nideggen, Greven und Finnentrop wird Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) mit dabei sein. Nicht alle knapp 2,7 Millionen Schüler haben aber direkt am Mittwoch ihren ersten Schultag: Die meisten der rund 150 000 I-Dötzchen steigen erst am Donnerstag ins Schulleben ein.

Dienstag, 21.08.2012, 14:08 Uhr

Novum Islamunterricht : Ferienende für 2,7 Millionen Schüler in NRW
Symbolbild Foto: dpa

Erstmals gehen in NRW zudem 42 neuartige Sekundarschulen an den Start, die den Kindern mindestens in den Klassen 5 und 6 schulformübergreifenden Unterricht bieten. Insgesamt gilt das in NRW inzwischen für rund 300 Bildungsstätten, darunter auch 245 Gesamtschulen sowie 12 Gemeinschaftsschulen, die bereits seit Sommer 2011 als Schulversuch laufen.

Als erstes Bundesland führt NRW im kommenden Schuljahr islamischen Religionsunterricht ein. Nach den Sommerferien beginnen nun 40 Fachlehrer an den ersten 44 Grundschulen, insgesamt rund 2500 muslimische Kinder zu unterrichten. Insgesamt gibt es in NRW 320 000 Schüler muslimischen Glaubens.

Schon seit dem Schuljahr 1999/2000 läuft in NRW ein zeitlich nicht befristeter Schulversuch „ Islamkunde in deutscher Sprache“. Daran nahmen im vergangenen Schuljahr über 10 000 Kinder an 143 Schulen teil. Bereits 1986 wurde Islamkunde als Teil des herkunftsprachlichen Unterrichts eingeführt.

Während die Islamkunde eher kulturwissenschaftlich orientiert ist, geht es bei dem neuen Angebot um einen bekenntnisorientierten Unterricht aus der Perspektive des Glaubens. Die Fachlehrer werden in Kooperation der Universitäten Münster und Osnabrück ausbildet. Nach Angaben des Ministeriums hat es für 130 Plätze, die pro Jahr zur Verfügung stehen, zuletzt über 400 Bewerbungen gegeben.

Ein regulärer Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht soll erst im Sommer 2013 fertig sein. Bis dahin können sich die Lehrer an den Themen der Islamkunde orientieren. Die Voraussetzungen für den Religionsunterricht hat das Schulministerium zusammen mit einem Beirat von Islam-Experten verabredet. Spätestens bis 2019 soll eine Lösung geschaffen werden, die das Beiratsmodell durch eine feste Vertretung der Muslime ersetzt. Bislang haben sie in Deutschland keine offiziell legitimierte islamische Religionsgemeinschaft.

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