Fracking
Experten warnen vor Radioaktivität - Landesregierung will Haltung zur Gasförderung festlegen

Düsseldorf -

In der kommenden Woche wird die Landesregierung ihre Haltung zur umstrittenen Gasförderung durch Fracking festlegen. Und es steht kaum zu erwarten, dass Rot-Grün seine ablehnend-kritische Position aufgeben und die Förderung zulassen wird. Denn ein rund 700-seitiges Gutachten des Mülheimer Instituts „IWW Zentrum Wasser“ beschreibt eine Reihe schwerer Umweltrisiken.

Sonntag, 02.09.2012, 14:09 Uhr

Die Studie, die derzeit nur als Entwurf vorliegt, wird noch von Experten des Wirtschafts- und des Umweltministeriums geprüft. Beide Häuser hatten das Gutachten in Auftrag gegeben, um die Risiken des Frackings bewerten zu können. Bei der Methode wird eine Chemikalien-Lösung ins Gestein gepresst, um das darin gebundene Erdgas herauszulösen.

Obwohl die Expertise noch unter Verschluss liegt, sickerten erste Eckpunkte durch. Die Mülheimer Wissenschaftler weisen auf ein bisher wenig diskutiertes Problem hin: Radioaktivität. So sei die Entsorgung von großen Abwassermengen eine ungelöste Frage, weil darin natürlich vorkommende radioaktive Stoffe aus dem Boden nach oben gespült werden. Damit verbinde sich die Gefahr, dass auch das Grundwasser radioaktiv verseucht wird, warnten die Experten beim „Arbeitskreis Fracking “. Gefahren fürs Grundwasser gehen auch von den verwendeten Chemiecocktails aus.

Damit bestätigt das Gutachten die Sorgen der Fracking-Gegner. Kritisch bewerten die Gutachter wohl auch die vom Land ausgewiesenen Aufsuchungsfelder, die zur Hälfte ungeeignet für die Erdgasförderung seien. Wirtschaftsminister Garrelt Duin und sein Umweltkollege Johannes Remmel wollen kommende Woche zu einer gemeinsamen Bewertung des Gutachtens kommen. Exxonmobil plant, in Nordwalde , Borken und Drensteinfurt nach Erdgas zu suchen.

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