Endlagersuche ohne Folgen für Ahaus
NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin kündigt Erforschung des Fracking an

Münster -

Die neu aufgenommene Suche nach einem Endlager für Atommüll bleibt offenbar ohne Folgen für das Zwischenlager in Ahaus. Weil sich Bund und Länder darauf verständigt haben, keine weiteren Castoren nach Gorleben zu bringen, sollen nun Ersatzlager für Castor-Behälter mit Atommüll aus den Wiederaufbereitungsanlagen in La Hague und Sellafield gefunden werden.

Samstag, 13.04.2013, 13:04 Uhr

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (rechts) beantwortete beim Besuch unserer Zeitung auch die Fragen des Chefredakteurs Norbert Tiemann (links).
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (rechts) beantwortete beim Besuch unserer Zeitung auch die Fragen des Chefredakteurs Norbert Tiemann (links). Foto: Jürgen Peperhowe

„Die Lagerung dieser 26 Castor-Behälter ist eine nationale Aufgabe“ beschrieb NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin bei einem Besuch unserer Zeitung die Haltung der Länder und des Bundes. „ Ahaus hat bei den Beratungen keine Rolle gespielt.“ Im Zwischenlager Ahaus sollen nach Informationen aus Expertenkreisen ab 2025 noch mehr als 100 Behälter mit mittelradioaktiven Abfällen, die aus Frankreich zurück kommen, eingelagert werden.

„Große Schnittmengen" bei Energiewende

Duin, der für die rot-grünen Länder mit Bundesumweltminister Peter Altmaier verhandelt, erwartet in den zentralen Fragen der Energiewende erst nach der Bundestagswahl den Durchbruch. „Es wird mit soviel Hochdruck an so vielen Fragen mit großer Akribie gearbeitet“, meinte Duin. „Aber alle wissen, wenn sie davon etwas zu früh publizieren, sind im nächsten morgen alle anderen dagegen.“ Gleichwohl gebe es zwischen allen Akteuren „große Schnittmengen“. Duin warnte vor der Illusion, dass am Ende ein billiger Strompreis stehe. Vielmehr würden dann Fragen der Energieeinsparung und Effizienz bestimmend.

Zur Förderung von gebundenem Erdgas durch das umstrittene Fracking sende die Bundesregierung unklare Signale aus, kritisierte der Wirtschaftsminister. In NRW gelte weiter ein Moratorium. „Für uns ist klar: So lange es um den Einsatz unbekannter Chemikalien, deren Wirkungen wir nicht kennen, geht, wird es Fracking bei uns nicht geben.“ Darin sei er sich mit Umweltminister Johannes Remmel einig.

Fracking soll ohne Gefährdung erkundet werden

Beim Fracking wird das gashaltige Gestein durch ein Gemisch aus toxischen Chemikalien und Wasser aufgebrochen, damit das Gas gefördert werden kann. Gutachten des Bundes und des Landes verweisen auf den zu geringen Wissensstand über die Folgen der Technologie. Nun gehe es darum, die Wissenslücken zu füllen. Wo das geschehen soll, werde in einem transparenten Prozess festgelegt. Die Firma Exxon Mobile will in Nordwalde Erdgas fördern und hat angekündigt, schon in Kürze gefährliche Substanzen verfügbar zu haben.

„Wir wollen die Tür nicht zuschlagen“, sagte Duin, bekräftigte aber den Fahrplan der Landesregierung: „Aber wir reden hier über einen Zeitraum von zehn Jahren, in denen ohne jede Gefährdung von Mensch und Umwelt Erkundungen unter enger wissenschaftlicher Begleitung ermöglicht werden.“ Die Vorbereitungen dazu laufen zurzeit bei der Bezirksregierung Arnsberg. Duin betonte: „Wir sind nicht für ein auf alle Zeiten geltendes Verbot.“

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