„Neubau ist unumgänglich“
Land baut weitere forensische Kliniken in Haltern und Lünen

Düsseldorf -

Drei Standorte für forensische Kliniken stehen fest – alle drei liegen im Münsterland oder direkt nebenan. Neben dem Gelände des alten Nato-Flugplatzes in Hörstel hat NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens am Mittwoch die Entscheidung für Lünen und Haltern bekannt gegeben.

Donnerstag, 17.10.2013, 09:10 Uhr

 NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens beantwortete 2012 auf einer Informationsveranstaltung in Haltern Fragen zum Bau einer forensischen Klinik in Haltern.
 NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens beantwortete 2012 auf einer Informationsveranstaltung in Haltern Fragen zum Bau einer forensischen Klinik in Haltern. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf dem ehemaligen Zechengelände „ Haltern 1/2“ soll einer der Neubauten für rund 150 psychisch kranke und suchtkranke Häftlinge gebaut werden. Auch in Lünen haben die Experten ein ehemaliges Zechengelände ausgesucht: Die Brache „Victoria I/II“ wird Standort des Neubaus. Damit ist ein heftig umstrittenes Areal an der Stadtgrenze zu Dortmund außen vor. Träger der Kliniken wird der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

In den fünf Landgerichtsbezirken Bonn, Dortmund, Essen, Münster und Wuppertal fehlen Plätze in der forensischen Unterbringung. „Der Neubau der Kliniken ist unumgänglich“, bekräftigte Steffens ihre Entscheidung. Die beiden jetzt gefunden Standorte in Haltern und Lünen hätten sich „als am besten geeignet erwiesen“. Für die Bezirke Bonn und Wuppertal ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Steffens erklärte, der Entscheidung seien aufwändige Prüfverfahren vorausgegangen. In Lünen habe das die Eignung der bereits im Oktober benannten Brachfläche bestätigt, vier Ausweichstandorte erwiesen sich als ungeeignet. „Haltern1/2“ hingegen zählte zu den 17 Alternativvorschlägen, die seit Bekanntgabe des Vorhabens im Oktober 2012 für den Landgerichtsbezirk Essen eingegangen waren. Als nächster Schritt folgen nun Bauvoranfragen bei den zuständigen Bezirksregierungen in Münster und Arnsberg.

Wie in Hörstel regt sich auch in Haltern und Lünen seit langem teils massiver Widerstand gegen die Entscheidung. Alle Städte halten die Standortwahl für falsch. Der Hörsteler Rat hat die Klinik bereits abgelehnt. In Haltern am See wollen sich Rat und Bürgermeister zunächst von Steffens die Entscheidung erklären lassen. Der neue Standort sei immerhin besser als der erste Vorschlag, hieß es im Rathaus. Grundsätzlich passe aber eine Forensik nicht in das Naherholungsgebiet.

In Lünen will die Stadtspitze beraten, was sie unternehmen will. Ob am Ende eine Klage steht, müsse eine rechtliche Prüfung ergeben, teilte die Stadt mit. Dass das Land bis 2020 dringend 750 neue Forensik-Plätze braucht, hatte Steffens im September 2011 den 125 als Standort infrage kommenden Kommunen mitgeteilt.

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