Extremismus
Zulauf zu Salafisten: Experten fordern mehr Forschung und Prävention

Bonn (dpa) - Um den Zulauf zur salafistischen Szene zu bremsen und junge Leute vor islamistischer Radikalisierung zu schützen, ist man in Deutschland laut Experten noch nicht gut gewappnet. Für eine gezielte Intervention müssten vor allem die wichtigen Akteure Schule und Jugendhilfe mehr über das Phänomen Salafismus und über Radikalisierungsverläufe wissen. Das betonte der Islam- und Politikwissenschaftler Michael Kiefer von der Universität Osnabrück bei einer Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung am Dienstag in Bonn. Mehr Beratung, Schulung und längerfristige Präventionsprojekte seien nötig.

Dienstag, 01.07.2014, 11:07 Uhr

Auch angesichts von mehreren hundert jungen Menschen, die als «Gotteskrieger» nach Syrien und in den Irak ausreisten, sei klar: Deutschland könne es sich nicht leisten, auf eine eigenständige Radikalisierungsforschung zu verzichten, sagte Kiefer . Die salafistische Szene spricht besonders Jugendliche und junge Erwachsene an. Die Anhänger vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam, Teile der Bewegung werden als demokratiefeindlich und extremistisch eingestuft. Der Expertin Claudia Dantschke vom Zentrum Demokratische Kultur zufolge werden von bundesweit rund 6000 Salafisten 850 dem militanten Spektrum zugerechnet.

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