Viele Versorger senken Tarife nach 14 Jahren erstmals
Preis-Wende beim Strom

Düsseldorf - Erfreuliche Vorweihnachtspost für viele Stromkunden: Nach 14 Jahren mit regelmäßig steigenden Stromrechnungen senken viele deutsche Versorger Anfang 2015 erstmals wieder die Preise.

Freitag, 21.11.2014, 10:03 Uhr

Viele Versorger senken Tarife nach 14 Jahren erstmals : Preis-Wende beim Strom
Nach 14 Jahren mit regelmäßig steigenden Stromrechnungen senken viele deutsche Versorger Anfang 2015 erstmals wieder die Preise. Foto: Gert Westdörp

„Eine Trendwende“, jubelt die Verbraucherzentrale NRW , gießt aber gleichzeitig viel Wasser in den Wein: Die Mehrzahl der Stromversorger sei noch abgetaucht und gebe ihre eigenen deutlich gesunkenen Einkaufskosten nicht an die Verbraucher weiter.

Nach Angaben des Preisvergleichsportals Verivox haben 242 Unternehmen zum Jahresbeginn Preissenkungen im Schnitt um 2,4 Prozent angekündigt, Konkurrent Check 24 hat 179 Preissenkungen im selben Umfang erfasst – darunter große Versorger wie die Stadtwerke München oder Mainova ( Frankfurt ), aber auch zahlreiche Stadtwerke im Münsterland. Der Verbraucherstrompreis liegt aktuell im Bundesschnitt bei knapp über 29 Cent pro Kilowattstunde. 30 bis 35 Euro im Jahr kann ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt im Grundversorgungstarif nach Angaben der Tarifportale sparen.

„So eine große Anzahl von Preissenkungen hatten wir noch nie“, sagt eine Check 24-Sprecherin. „Trotzdem kommen sie zu spät und fallen im Schnitt zu gering aus, finanzielle Spielräume der Versorger werden anscheinend nicht vollständig an den Verbraucher weitergegeben.“

Viele Versorger nutzen die Gunst der Stunde, um Kunden an sich zu binden: Sie bieten an, die leicht gesunkenen Tarife für zwei Jahre zu garantieren. Gegenleistung: Der Kunde ist in dieser Zeit an seinen Stromlieferanten gebunden.

Mit rund 200 der insgesamt 850 Grundversorger gibt nämlich bisher gerade mal ein Viertel der Branche Preissenkungen von der Strombörse an die Verbraucher weiter. Außerdem halten sich die Marktführer Eon und RWE genauso zurück wie Vattenfall.

Die Beschaffungspreise an der Strombörse sind in den vergangenen zwei Jahren deutlich von mehr als 50 auf nur noch 32 Euro pro Megawattstunde gefallen.

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