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Forscher wirft Politik Stillstand in Debatte um Religionsvielfalt vor

Münster (dpa/lnw) - Die großen Parteien haben es nach Ansicht eines Experten für Religionspolitik versäumt, die Gesellschaft auf religiöse Vielfalt vorzubereiten. «Die Religionspolitik steht seit mehreren Jahrzehnten still», sagte Thomas Großbölting, Zeithistoriker der Universität Münster, der Deutschen Presse-Agentur. «Die großen Parteien tun nichts dafür, die Debatte über die Bedeutung wie auch über die Grenzen von Religion in und für unsere Gesellschaft wirklich offen zu führen», kritisierte Großbölting.

Samstag, 17.01.2015, 11:01 Uhr

Er begrüßte die auf der Islamkonferenz deutlich gewordenen Bemühungen, den islamischen Gemeinschaften in Deutschland verstärkt dieselben Möglichkeiten einzuräumen wie den großen christlichen Konfessionen. So sei aus seiner Sicht die Gründung eines muslimischen Wohlfahrtsverbandes ein gutes Beispiel politischer Gleichstellung. «Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass sich gesellschaftlich ein Mentalitätswandel einstellt», betonte Großbölting . Dafür bedürfe es einer großen Debatte innerhalb der Zivilgesellschaft sowie zwischen den Religionen. «Das aber fällt einer Gesellschaft wie der bundesdeutschen, die zunehmend religiös unmusikalisch wird, eher schwer», sagte er weiter.

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