Flüchtlinge
Gesundheitskarte für Flüchtlinge in NRW kann kommen

Acht Krankenkassen und die Gesundheitsministerin sind sich einig: Die Gesundheitskarte für Flüchtlinge in NRW kann kommen. Weil das aber jede Kommune für sich beschließen muss, kann die Karte frühestens Anfang 2016 Realität werden.

Freitag, 28.08.2015, 15:08 Uhr

Steffens (Grüne) informierte über die Gesundheitskarte für Flüchtlinge.
Steffens (Grüne) informierte über die Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Als erstes Flächenland führt Nordrhein-Westfalen eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) unterzeichnete am Freitag in Düsseldorf eine entsprechende Vereinbarung mit acht Krankenkassen. Wegen der Fristen kann die Karte in teilnehmenden Kommunen frühestens zum 1. Januar 2016 eingeführt werden. Über ihre Teilnahme müssen die Städte und Gemeinden selbst entscheiden. Dann können bei ihnen lebende Flüchtlinge eigenständig zum Arzt gehen. In Bremen und Hamburg gibt es bereits eine vergleichbares System.

Steffens betonte, für die Versicherten der Krankenkassen habe die Regelung keine Folgen, denn für Krankenkosten von Flüchtlingen kämen weiterhin die Kommunen auf. «Es sind die Kosten, die Kommunen heute schon haben.» Die Erfahrungen in Bremen und Hamburg hätten gezeigt, dass die Zahl der Arztbesuche dort nicht gestiegen sei. Mit der Gesundheitskarte würden die Voraussetzungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen und zur Entlastung der Kommune geschaffen. Mit Einführung zahlen die Städte der jeweiligen Krankenkasse pro Flüchtling und Monat 200 Euro. «Das sind die Kosten, die heute schon anfallen», sagte Steffens.

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