Verkehrsaufkommen steigt stetig
Stauland Nordrhein-Westfalen

Münster -

An die Dauerstaus auf der A44 und auf dem Kölner Ring haben sich die Autofahrer in Nordrhein-Westfalen bereits gewöhnt. Auch andere Autobahnen wie die A1 zwischen Münster und Bremen sind seit längerer Zeit zu bestimmten Uhrzeiten überlastet. Nun kommt auch noch die jahreszeitenbedingte Häufung der Staus zu Spitzenzeiten dazu. Autofahrer sind verärgert – und dürfen dennoch mittelfristig nicht mit einer Verbesserung der Situation rechnen.

Freitag, 11.12.2015, 12:12 Uhr

Staus und stockender Verkehr auf folgenden Strecken: Auf immer mehr Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ist die hohe Verkehrsbelastung für die Autofahrer spürbar.
Staus und stockender Verkehr auf folgenden Strecken: Auf immer mehr Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ist die hohe Verkehrsbelastung für die Autofahrer spürbar. Foto: dpa

„In der Tendenz wird die Situation auf unseren Straßen noch heftiger“, sagt Peter Meintz, Sprecher des ADAC Westfalen. Hochrechnungen zufolge nutzen in 20 Jahren circa 50 Prozent mehr Lkw die Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Hinzu komme eine steigende Zahl von Pkw-Fahrern. „Vor allem der Frauenanteil wird größer. Heute haben viele Rentnerinnen keinen Führerschein, doch das ist bei der Nachkriegsgeneration deutlich anders“, sagt Meintz.

Alleine von 2013 auf 2014 hat der Verkehr auf außerörtlichen Straßen laut einer Statistik des NRW-Verkehrsministeriums um 2,4 Prozent (Schwerverkehr 1,8 Prozent) zugenommen. Verantwortlich für die überlasteten Straßen sind laut dem ADAC-Sprecher Versäumnisse vergangener Landesregierungen: „Wir haben einen Investitionsstau, der so hoch ist wie in keinem anderen Bundesland.“ Dazu habe NRW sukzessive dringend benötigte Ingenieurs- und Planungsstellen abgebaut und so seine Kapazitäten im Straßenbau verringert. Das komme nun als Bumerang zurück.

Im Vergleich dazu hat Bayern in der Vergangenheit Fördermittel regelmäßig komplett ausgeschöpft. Auch wenn das Autobahnnetz dort bei Weitem nicht so dicht gestrickt ist, sind Qualitätsunterschiede zu NRW-Straßen schon heute deutlich spürbar.

Hoffnung macht NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, der nicht nur von einem umfangreichen Bundesprogramm zur Brückensanierung profitieren will, sondern auch verspricht, andere Gelder künftig zuverlässiger abzurufen. Aber: „Da in den nächsten Jahren zunächst sehr viel ausgebessert werden muss – auch auf kommunalen Straßen –, kommt der Ausbau wohl vielerorts erst mal weiterhin zu kurz“, befürchtet Meintz.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3680657?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F4843557%2F4843558%2F
Nachrichten-Ticker