Statistik zu Nebeneinkünften
Das sind die Großverdiener im Bundestag

Berlin/Borken -

Jeder vierte Bundestagsabgeordnete hat neben seinen Diäten weitere Einkünfte erzielt – teils aus eigenen Betrieben oder Ämtern, teils aus Hono­raren. Das berichtet die Transparenzorganisation „abgeordnetenwatch.de“ und bezieht sich auf Selbstauskünfte der Parlamentarier auf der Webseite des Bundestages. Darunter sind auch Abgeordnete aus dem Münsterland.

Dienstag, 09.08.2016, 17:08 Uhr

Statistik zu Nebeneinkünften : Das sind die Großverdiener im Bundestag
Foto: dpa

162 der 630 Abgeordneten haben seit der Bundestagswahl mindestens einen Zusatzverdienst ausgewiesen. Danach erzielt fast die Hälfte der CSU-Bundestagsabgeord­neten (27 von 56) Zusatzeinkünfte, bei der CDU ist es demnach gut jeder Vierte (29 Prozent), bei der SPD jeder Fünfte (21 Prozent).

An der Spitze der Topverdiener steht der CSU-Finanzpolitiker und Landwirt Philipp Graf von und zu Lerchenfeld mit mindestens 1,7 Millionen Euro seit 2013. Insgesamt sollen die Parlamentarier in der laufenden Legislaturperiode mindestens zehn Millionen Euro verdient haben, tatsächlich könnten es bis zu 30 Millionen Euro sein.

O15A1971

Johannes Röring Foto: Jürgen Peperhowe

Der Borkener CDU-Abgeordnete und Präsident des West­fälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Johannes Röring rangiert auf Platz zwei. Die von „ abgeordnetenwatch.de “ angegebene Summe von 1,321 Millionen bezieht sich nach seinen Angaben aber auf den Umsatz seit 2013, vor allem aus seinen landwirtschaftlichen Betrieben und einer Biogas­anlage. Der Gewinn soll geringer ausfallen.

160331-11

Bernhard Daldrup Foto: Gunnar A. Pier

Der Warendorfer SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup erzielt aus seiner Tätigkeit als Teilzeit-Geschäfts­führer der SPD-Vereinigung SGK Gehalt, dessen jährliche Höhe aber deutlich unter den angegeben Gesamtdaten liegen soll. Der ebenfalls in der Übersicht aufgelistete CDU-Abgeordnete Jens Spahn verzichtet seit seiner Berufung als Staatssekretär auf alle Nebeneinkünfte .

Doch es gibt auch Zweifel an der Unabhängigkeit von „ abgeordnetenwatch.de “. Nach Informationen unserer Zeitung bietet die auf Spenden- und Fördergeld angewiesene Institution Abgeordneten an, gegen Bezahlung deren Wahlkampfprofil zu erweitern. Für die Grunddienstleistung kostet 200 Euro, gern wird aber auch mehr genommen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4216688?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F4843544%2F4843549%2F
Nachrichten-Ticker