Schlag gegen Salafistenszene in NRW und Hildesheim
Das Netzwerk der Radikalen

Dinslaken/Düsseldorf -

Es soll ein Signal der Handlungsfähigkeit sein. „Diese Ermittlungen haben eine lange Vorlaufzeit gehabt“, betonte NRW-Innenminister Ralf Jäger – mit den Durchsuchungen in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Tönisvorst im Kreis Viersen hat die Polizei den Druck auf salafistische Netzwerke am Mittwochmorgen erkennbar erhöht. „Ziel war es, gegen islamistische Unterstützer vorzugehen, die in der Szene agitieren, die rekrutieren und die radikalisieren.“

Mittwoch, 10.08.2016, 19:08 Uhr

Polizeibeamte sichern vor einer Flüchtlingsunterkunft in Dinslaken Spuren. Ein Mann wurde nach einem Hinweis aus Mutterstadt dort festgenommen.
Polizeibeamte sichern vor einer Flüchtlingsunterkunft in Dinslaken Spuren. Ein Mann wurde nach einem Hinweis aus Mutterstadt dort festgenommen. Foto: dpa

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen drei Personen, die die Terrororganisation „Islamischer Staat“ unterstützt haben sollen. Sie stünden im Verdacht, Hass zu streuen, erklärte Jäger : „Jedem muss klar sein, dass dieser Rechtsstaat es sich nicht gefallen lässt, wenn Menschen versuchen, gerade junge Menschen zu radikalisieren, zu Anschlägen zu motivieren oder zu Ausreisen nach Syrien zu animieren, um dort am angeblichen Dschihad teilzunehmen.“

Unter Hinweis auf die Ermittlungen des Generalbundesanwaltes nannte der Minister zwar keine weiteren Details. Gemeint hat er aber unter anderem den Inhaber eines Reisebüros für Türkeireisen in Duisburg-Rheinhausen, das die Fahnder am Mittwoch durchsuchten. Er gilt als selbst ernannter Imam mit engen Verbindungen in salafistische Kreise. Die Ermittler vermuten, dass sich bei ihm auch die beiden Jugendlichen radikalisiert haben, die am 16. April den Anschlag auf den Essener Sikh-Tempel verübt haben.

Neben einem ebenso selbst ernannten Imam aus Dortmund steht auch ein Hildesheimer „Hassprediger“ im Fokus. Auch dort durchsuchten Beamte des Staatsschutzes Wohnungen aus dessen Umfeld. Erst Ende Juli hatte die Polizei dort die Räume des „Deutschsprachigen Islamkreises“ durchsucht, weil dort junge Männer für den IS rekrutiert worden sein sollen.

Bereits am Freitag hatte die Polizei im rheinland-pfälzischen Mutterstadt einen mutmaßlichen Islamisten verhaftet. Weitere Ermittlungen gegen den 24-Jährigen hätten am Mittwoch zur Festnahme eines weiteren Asylbewerbers in Dinslaken geführt, bestätigte Jäger. Gegen ihn werde ermittelt, weil er an Gräueltaten in Syrien beteiligt gewesen sein soll.

Den Ausschlag für die erste Verhaftung gab offenbar die Aussage eines Zeugen, der Gesprächsfetzen über einen geplanten Anschlag auf ein Fußballspiel gehört haben will. Ob dieser Tipp valide ist, müsse erst noch untersucht werden, betonte Jäger. „Es gibt keine konkreten Hinweise auf tatsächliche Anschlagsplanungen in der Bundesliga. Es gibt nur einen vagen Hinweis einer Person, die glaubt, etwas gehört zu haben.“

Diesen Status habe er auch am Telefon dem Präsidenten der Deutschen Fußball-Liga, Reinhard Rauball, erläutert, sagte der Minister. „Es gibt keine konkrete Planung.“ Schon jetzt würden Fußballspiele durch große Sicherheitsvorkehrungen begleitet. „Es gibt keinen Hinweis, dass die nicht ausreichen.“

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