Turbo-Abi
Runder Tisch eckt an

Düsseldorf -

Schon vor dem Start aufgegeben: Bereits vor einem gemeinsamen Treffen zur Reform des umstrittenen Turbo-Abiturs am Dienstagabend im Schulministerium haben zahlreiche Teilnehmer den Runden Tisch infrage gestellt. 

Dienstag, 25.10.2016, 20:10 Uhr

Turbo-Abi : Runder Tisch eckt an
Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann traf sich zu einem runden Tisch mit Schulakteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen, um über das sogenannte "Turbo-Abi" zu sprechen. Foto: Horst Ossinger/dpa

Die CDU-Fraktion sagte ihre Teilnahme gleich vollständig ab, weil die rot-grüne Landesregierung bisher kein gemeinsames Konzept vorgelegt habe, wie man das Abitur nach bisher acht Gymnasialjahren (G8) reformieren könne. „Der Runde Tisch ist aber kein Forum zur Schlichtung zwischen uneinigen, konzeptionslosen Regierungsparteien“, monierte CDU-Fraktionsvize Klaus Kaiser .

Für den Abend hatte Schulministerin Sylvia Löhrmann Eltern- und Lehrerverbände, ebenso Vertreter von Schulträgern und Fraktionen zu Gesprächen über die Zukunft von G8 eingeladen. Eine Einigung erschien zuletzt allerdings als unwahrscheinlich.

Zweifel am Runden Tisch äußerte zwar auch FDP-Fraktionschef Christian Lindner, seine Partei will aber in dem Forum für ihr Modell der Wahlfreiheit für jedes Gymnasium werben. Die Verantwortung für die vielen Probleme beim Turbo-Abi wies er Löhrmann zu: „Die Kritik an G8 ist in Wahrheit eine Kritik an der systematischen Vernachlässigung der Gymnasien durch die grüne Schulministerin.“ Mit ihren eigenen Vorschlägen habe Löhrmann das Treffen zur Makulatur erklärt.

Kommentar

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Die Landeselternschaft der Gymnasien, deren Forderung nach einer Rückkehr zum Abitur nach neun Gymnasialjahren die Debatte in Nordrhein-Westfalen neu angefacht hatte, zeigte sich im Vorfeld ebenfalls skeptisch. Die von vielen Parteien entwickelten Modelle eines flexiblen G8 lehnte Vorstandsmitglied Dieter Cohnen für die Elternvertretung als „unsinnig“ ab.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft forderte eine breite und offene Debatte über das Abitur im bevorstehenden Landtagswahlkampf. „Der Runde Tisch hat seine Schuldigkeit getan.“ 

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