Neue Pläne für NRW
Jeder Schüler entscheidet: Gymnasien sollen G8 und G9 anbieten

Düsseldorf -

Schon im nächsten Schuljahr will Schulministerin Sylvia Löhrmann die Weichen für eine Reform des Turbo-Abiturs stellen. Ab dann sollen sich die Lehrer auf die spätestens 2018 beginnenden Umstellungen vorbereiten, die nach Plänen der Grünen-Spitzenkandidatin an allen 625 Gymnasien in NRW sowohl einen acht- (G8) als auch neunjährigen (G9) Weg zum Abitur beinhalten.

Dienstag, 22.11.2016, 09:11 Uhr

Neue Pläne für NRW : Jeder Schüler entscheidet: Gymnasien sollen G8 und G9 anbieten
Der Weg zum Abitur soll reformiert werden. Künftig sollen große Gymnasien zwei Stränge mit einer drei- (G8) und einer vierjährigen (G9) Mittelstufe anbieten. Foto: dpa

Löhrmann will, dass große, mindestens vierzügige Gymnasien zwei Stränge mit einer drei- und einer vierjährigen Mittelstufe anbieten. Eltern müssten so erst Ende der Klasse 6 entscheiden, welchen Weg sie für ihr Kind wählen. Für die derzeit 217 kleineren Gymnasien mit drei und weniger Zügen ist das kaum zu stemmen. Sie sollen eine zweite Option nutzen und ab der siebten Klasse neben dem Unterricht individuelle Lernzeiten anbieten, in denen Schüler Wahlpflichtfächer belegen und ihr Wissen in Förder­fächern vertiefen. Löhrmann betonte: „Jedes Kind kann seine Lernzeit individueller gestalten.“

Zu den Vorschlägen gehört, dass die zweite Fremdsprache dann wieder in der siebten Klasse beginnt, die Oberstufe dauert weiter drei Jahre. „Man muss sehen, wie gut ein Kind am Gym­nasium zurechtkommt“, erklärte Löhr­mann. Leistungs starke Schüler könnten von der neunten in die elfte Klasse springen, das entspräche G8. Die Prüfungen für die Mitt­lere Reife können sie trotzdem ablegen. Alle anderen Schüler würden die Sekundarstufe I nach sechs Schuljahren abschließen (G9). Die Grünen legen sich damit wie SPD , CDU und FDP auf Erhalt einer G8-Option fest.

Löhrmann verwies auf das Votum des Runden Tisches zum Turbo-Abi, an dem die Teilnehmer eine für alle ­verbindliche Struktur statt schulspezifischer Modelle gefordert hatten.

Der Vorsitzende des Lehrer­verbandes VBE, Udo Beckmann , fragte kritisch nach: „Ist das, was da neu entsteht, eine Gesamtschule mit Gymnasialzweig oder ein Gymnasium mit Gesamtschulzweig?“

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