Gereizte Tonlage bei Rot-Grün
Umfrage-Hoch der SPD lässt Machtperspektiven schmelzen

Düsseldorf -

Die in Umfragen steigende Zustimmung für die SPD sorgt im rot-grünen Regierungslager für eine gereizte Tonlage. Denn weil gleichzeitig die Grünen an Zustimmung verlieren, bröckeln auch die gemeinsamen Machtperspektiven. 

Sonntag, 19.02.2017, 17:29 Uhr aktualisiert: 19.02.2017, 20:27 Uhr
Gereizte Tonlage bei Rot-Grün : Umfrage-Hoch der SPD lässt Machtperspektiven schmelzen
Hannelore Kraft stichelte nach ihrer Wahl zur SPD-Spitzenkandidatin der SPD gegen den grünen Koalitionspartner. Foto: dpa

In der am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Infratest-Dimap für den WDR klettert die SPD auf 37 Prozent – fünf Punkte mehr als zuletzt im Oktober. Die Grünen verlieren in gleicher Höhe, wären bei sieben Prozent mit der FDP viertstärkste Kraft . Die CDU sinkt um zwei auf 30 Prozent. AfD und Linke steigen um je einen Punkt auf zehn und sechs Prozent. Neben einer großen Koalition wäre nur ein rot-rot-grünes Bündnis oder eines von SPD, FDP und Grünen möglich.

Vom Auftrieb für die SPD profitierte am Samstag auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Mit einem Traumergebnis von 100 Prozent kürten sie die Delegierten beim Landesparteitag in Düsseldorf zur Spitzenkandidatin . „Es ist eben nicht egal, wer regiert“, stellte sie in ihrer Rede soziale Gerechtigkeit und Entlastung für Familien in den Mittelpunkt. Sie kündigte an, dass künftig 30 Wochenstunden in den Kitas beitragsfrei werden sollen.

Die Ministerpräsidentin stichelte auch gegen Schulministerin Sylvia Löhrmann, das beste Konzept für das Abitur nach neun Gymnasial-Jahren habe die SPD. Der Kritik an der Inklusion „müssen wir nachgehen“, möglicherweise auch „nachsteuern“. Umweltminister Johannes Remmel gab sie mit, „von der Brache zum Biotop“ sei nicht SPD-Linie, sondern „Gewerbebrache wird Gewerbefläche“.

Remmels spitze Reaktion folgte prompt: Das SPD-Wahlprogramm sei unkonkret – „vor der Hacke ziemlich duster“. Er mahnte: „Es reicht nicht, mehr Elektroautos zu wollen.“

Die SPD legte auch ihre Landesliste fest. Auf vorderen Rängen finden sich Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (3), Generalsekretär André Stinka (12) und die Sendenhorsterin Annette Watermann-Krass (13).

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